Sperrung der A59 bei Duisburg: Für alle eine harte Geduldsprobe

Sperrung der A59 bei Duisburg : Für alle eine harte Geduldsprobe

Die IHK informiert ihre Mitglieder vorbildlich über die Probleme, die mit der Sperrung der A59 ab Mai auf die Verkehrsteilnehmer zukommen. Duisburg wird wohl monatelang mit Staus von sich reden machen.

Studenten, die durch die Innenstadt laufen und die Passanten darauf hinweisen, dass es sich auch ab Mai noch lohnt, in die City zu kommen — so wird wohl in Kürze eine der Marketingaktionen aussehen, mit der auf die Sperrung der A 59 von Mai bis Oktober hingewiesen wird. IHK, Einzelhandelsverband, die Stadt, Straßen.NRW und weitere Beteiligte besprechen zurzeit, was da auf die Stadt und ihre Bürger zurollt — oder genau, eben nicht zurollt. Denn die Sorge ist groß, dass das Oberzentrum am Niederrhein durch die Sperrung der Stadtautobahn Schaden nehmen wird.

Michael Rüscher, bei der Kammer zuständig für den Einzelhandel, hat Sorgen, "dass vor allen in der Zeit, in der die Fahrtrichtung von Dinslaken nach Duisburg gesperrt ist, Käuferströme an unserer Stadt vorbeiführen." Um dies zu verhindern, seien einige Überlegungen angestrengt worden. Die Aktion mit den informierenden Studenten ist ein Ergebnis. Eine anderes bezieht sich darauf, die Angebote der DVG auch außerhalb der Stadt stärker bekannt zu machen, für manche eine alternative Möglichkeit, aus dem Norden in die City zu gelangen.

Es gibt die Idee, auf den Hauptverkehrsachsen in die City die Ampeln anders zu schalten, damit möglichst wenig Staus entstehen und wichtige Innenstadtstraßen, die einspurig sind, vorübergehend wieder so zu öffnen, dass zwei Spuren zur Verfügung stehen.

Rüschers Kollege Dr. Ansgar Kortenjann, IHK-Verkehrsexperte, sieht auf die Duisburger Betriebe, die auf Warenanlieferungen und -abtransporte angewiesen sind, gleichfalls Probleme zukommen. Der Stahlkonzern Arcelor Mittal beispielsweise überlege, seinen Lkw-Einsatz zu verstärken, damit keine Produktions- und Lieferengpässe entstehen. Mit den Logistikern im Hafen habe man gleichfalls schon gesprochen, um zu klären, welche Behinderungen durch die A 59-Sperrung drohen.

"Es wird für alle eine harte Geduldsprobe", sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der IHK. "Wir wollen aber nicht den Untergang des Abendlandes predigen. Denn das bringt uns nicht weiter." Dass ab Mai täglich 80 000 Verkehrsteilnehmer, die heute über die A 59 fahren, umgeleitet werden müssen, könne nicht ohne Staus funktionieren.

Denn auf den Ausweichrouten, speziell auf der A 3 und der A 40, sei schon heute die Belastung sehr hoch. Ebenso wie Dietzfelbinger wollen auch Rüscher und Kortenjann nicht ausschließen, dass so mancher in Duisburg die Dimension der Probleme, die mit der Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Verbindung einhergehen, noch nicht ganz erkannt hat. Die IHK hat für Unternehmen im Kammerbezirk darum ein Infoblatt entwickelt.

Darin enthalten sind neben zwei Umleitungsgrafiken auch Hinweise auf den Zeitplan und eine Beschreibung der Arbeiten auf der A 59. Es wird auch die Frage beantwortet, warum gleich die ganze A 59 zwischen Hamborn und Duisburg dicht gemacht wird, um die Berliner Brücke zu sanieren: "Die Industrie- und Handelskammer hat nach Gesprächen mit betroffenen Unternehmen angeregt, den nördlichen Ast der A 59 zwischen A 42 und A 40 länger in beide Richtungen befahrbar zu halten.

Dieser Vorschlag wurde aufgrund bautechnischer Abläufe von Straßen.NRW abgelehnt. Auf dem nördlich der Berliner Brücke gelegenen Streckenabschnitt werden parallel Sanierungsarbeiten an Brückenbauwerken durchgeführt sowie die Fahrbahnbeläge erneuert."

(RP)
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