Duisburg: Fünf Jahre Haft für Drogenschmuggler

Duisburg : Fünf Jahre Haft für Drogenschmuggler

Ein niederländischer Frührentner mit Finanzproblemen schmuggelte im vergangenen Jahr kiloweise Marihuana nach Duisburg. Gestern erklärte er seinen eigenen Drogenkonsum unter anderem mit einer ärztlich verordneten Schmerztherapie. Das Duisburger Landgericht ließ sich davon nicht beeindrucken und verurteilte den 43-Jährigen zu fünf Jahren Haft.

"Wir wollen uns zu dem in den Niederlanden zulässigen Konsum zur Schmerzlinderung und Freizeitgestaltung nicht einlassen", sagte der Richter. Dies sei schon aufgrund der enormen Menge nicht mehr zu diskutieren, die der Mann transportiert habe. Der Anwalt des Angeklagten hatte erklärt, seinem Mandanten sei die Droge aufgrund starker Schmerzen von einem Therapeuten verordnet worden.

Der Richter erinnerte dagegen daran, dass der Angeklagte dem Gericht nicht unbekannt sei. Schon in der Vergangenheit war er wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafen könne man nicht von einem minder schweren Fall ausgehen. "Sie sind mit einer gewissen Regelmäßigkeit einschlägig in Erscheinung getreten", sagte der Richter in der Urteilsbegründung.

Der Familienvater hatte im vergangenen Jahr fünf Drogenfahrten gemacht, bei denen er insgesamt über 20 Kilogramm Marihuana nach Deutschland brachte. Davon war aber nur ein Teil in Umlauf gelangt. Der Angeklagte war den Ermittlern schon bekannt. Sie hatten mehrere seiner Schmuggelfahrten überwacht. Einer der Abnehmer ist erst vor kurzem zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

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Das gestern gefällte Urteil ist bereits rechtskräftig. Der Angeklagte sowie die Staatsanwaltschaft hatten erklärt, sie werden kein Rechtsmittel einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und acht Monate gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine milde Strafe gehofft, die vier Jahre und drei Monate nicht übersteige.

(RP)
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