Duisburg: Frischer Wind im Klassenzimmer

Duisburg : Frischer Wind im Klassenzimmer

Duisburg sucht händeringend Grundschullehrer: 150 Lehrer fehlen aktuell. Umso herzlicher begrüßte Bürgermeister Manfred Osenger nun 50 Referendare, überwiegend junge Frauen, die nach den Ferien an Duisburger Schulen ihren Dienst antreten.

Angela Cornelissen vom Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, gibt den Referendaren mit auf den Weg: "Sie haben nicht nur einen Job, sondern eine Aufgabe. Seien Sie offen und lassen Sie sich immer wieder überraschen." 14 Stunden werden die Lehrer in Ausbildung künftig wöchentlich unterrichten, zusätzlich gibt's Theorie im Seminar. "Wir achten darauf, dass sie in den Klassen nicht für normalen Vertretungsunterricht eingesetzt werden, sondern tatsächlich auch etwas lernen", betont Annette Quent-Langer. Sie ist bei der Schulaufsicht zuständig für Grundschulen.

Cigdem Acikgöz freut sich auf die Schulzeit, diesmal an der Tafel. Die 25-Jährige wuchs in Marxloh auf, besuchte später das Gymnasium und will künftig ein Vorbild für Kinder mit Migrationshintergrund sein. "Ich hatte es selbst ein bisschen schwer. An der Uni und auf dem Gymnasium habe ich schon gemerkt, dass ich anders bin", erzählt sie. Umso wichtiger sei Bildung für die Kinder.

Für Sarah Heinen war Lehrer schon immer ein Traumberuf. Sie hat bereits nebenberuflich an zwei Schulen unterrichtet, etwa in der Sprachförderung für Flüchtlinge und in der Leseförderung. "Die Kinder sind dankbar, man bekommt ganz viel zurück. Da reicht schon ein Lächeln." Deshalb hat sie sich gerne für Duisburg entschieden. Die 25-Jährige wird künftig an der Theisselmannschule in Walsum eingesetzt.

Auch Frauke Marguth ist froh, dass sie in Duisburg arbeitet. "Ich wohne in Dinslaken, deshalb war Duisburg naheliegend." Sie wird nach den Ferien in der Gemeinschaftsgrundschule Kunterbunt in Obermarxloh an der Tafel stehen. "Ich fühle mich gut vorbereitet auf die Aufgabe", erzählt sie. "Wir haben fünf Jahre studiert, ich habe schon nebenberuflich an einer Schule gearbeitet. Jetzt wird es auch Zeit, dass wir mal auf die Kinder losgelassen werden."

Darauf freut sich Melanie Kominiak. Sie selbst war eine gute Schülerin, nur Sport mochte sie nicht besonders. Deutsch, Mathe und Sachkundeunterricht hat sie studiert. "Ich wollte schon immer an eine Grundschule, zu den Kindern habe ich den besten Draht, denke ich." Wie alle anderen hofft sie, dass sie nach dem 18-monatigen Referendariat eine Stelle bekommt. "Bisher sieht es gut aus, aber wer weiß, wie die Situation in ein paar Jahren ist."

Ausbilderin Angela Cornelissen ist sich in einer Sache übrigens sicher: Die Rektoren und die Schüler freuen sich auf die neuen Lehrer.

(RP)
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