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Duisburg: Friedhof in der ehemaligen Duisserner Kirche

Duisburg : Friedhof in der ehemaligen Duisserner Kirche

Das "Kolumbarium Duisburg" ist der erste Urnenfriedhof der Stadt, der in einer Kirche gelegen ist. Es wird am kommenden Samstag, 28. Januar, in einem Festgottesdienst um 15.30 Uhr in der ehemaligen Kirche an der Wintgensstraße 72 in Duissern seiner Bestimmung übergeben. Ein Tag der offenen Tür am Sonntag, 29. Januar, 11 bis 18 Uhr, gibt Interessierten die Möglichkeit, den Friedhof in der Kirche kennenzulernen.

Die Idee zur Einrichtung eines Kolumbariums in der nicht mehr genutzten Kirche brachte der Bestatter Manfred Jung dem Presbyterium nahe, der schon seit Längerem nach einem geeigneten Raum für einen Urnenfriedhof suchte. "Die Anonymität der Urnenbeisetzungen hat mich schon lange gestört", berichtet Jung. Nach seiner Erfahrung suchten Angehörige nicht vorrangig die Anonymität der Grabstätten, sondern wünschten ein kostengünstiges Begräbnis ohne Pflegeaufwand in angemessenem Rahmen. Nachbarländer, aber inzwischen auch etliche deutsche Städte kennen die Urnenbeisetzung in Urnenwänden mit einzelnen Fächern – häufig in einer offenen Form auf vorhandenen Friedhöfen. Seit einigen Jahren werden auch in Kirchen Kolumbarien eingerichtet.

Die Kirche in Duissern mit ihrem angeschlossenen Gemeindehaus erwies sich als gut geeignet, bietet sie doch die Möglichkeit, im Kirchraum Trauerfeiern sowohl mit dem Sarg vor der Überführung zur Kremation als auch direkt mit der Beisetzung der Urne zu begehen.

Außerdem kann die Urne auch ohne weitere Feierlichkeiten und ohne Angehörige beigesetzt werden. Die Trauergemeinde hat im angrenzenden "Raum der Begegnung" bei einem Imbiss Gelegenheit zum Gespräch. Für Bestatter Jung soll das Kolumbarium auch zu einer Stätte der Begegnung werden. "Wir wollen die Verstorbenen durch kleine, kulturelle und dem Ort angemessene Veranstaltungen in unser Leben einbeziehen", beschreibt er seine Pläne für die Zukunft. Die Angehörigen haben zu bestimmten Zeiten Zugang zum Kolumbarium, um in der Stille zu trauern, sich mit Freunden zu erinnern oder einen Blumengruß vor der Urne abzustellen.

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Die ehemalige Kirche in Duissern ist mit Ruhestätten für etwa 850 Urnen in Einzel- sowie Doppelgrabkammern ausgestattet. Die Kirchengemeinde ist Trägerin des Friedhofs, während die Kolumbarium Duisburg OHG den Urnenfriedhof betreibt und verwaltet. Das denkmalgeschützte Gebäude bietet durch seine außergewöhnlich architektonische Bauart einen stilvollen und würdigen Platz für die Urnengräber, sind die Initiatoren von dem Haus überzeugt.

Die Beisetzungen im Kolumbarium sind übrigens nicht an ein bestimmtes Bestattungsunternehmen oder eine Konfession gebunden.

(RP)