Freizeit-Historiker Diese Duisburger schreiben über Stadtgeschichte

Duisburg · Sie schreiben über Stadtgeschichte: Die Bürgerstiftung stellte jetzt Duisburgs Stadtteil-Historiker vor. Welche Projekte sie dafür in Angriff nehmen.

Von links: Klaus Becker, Susanne Sommer (Museumsdirektorin KSM), Thorsten Fischer, Jörg Weißmann, Michael Voith, Günter Matcik, Lothar Koopmann und Heinz Pischke.

Von links: Klaus Becker, Susanne Sommer (Museumsdirektorin KSM), Thorsten Fischer, Jörg Weißmann, Michael Voith, Günter Matcik, Lothar Koopmann und Heinz Pischke.

Foto: Olaf Reifegerste

Lothar Koopmann, Günter Matcik, Heinz Pischke sowie Jörg Weißmann, Thorsten Fischer und Michael Voith – so heißen die neuen Stadtteil-Historiker Duisburgs. Das hat die Duisburger Bürgerstiftung dieser Tage der hiesigen Presse mitgeteilt. Am Freitag wurden nun auch alle weiteren Förderentscheidungen für die insgesamt 14 Stadtteil-Historikerinnen und -Historiker des Ruhrgebietes bekanntgegeben.

Zum zweiten Mal nach 2019 hat der gemeinnützige Stiftungsverein, die GLS Treuhand aus Bochum, zusammen mit mehreren lokalen Kooperationspartnern, darunter die Bürgerstiftung Duisburg, ein ruhrgebietsweites Stadtteil-Historiker-Projekt ausgelobt, für das sich engagierte Freizeit-Forscherinnen und -Forscher bewerben konnten, um bei Zusage sich für anderthalb Jahre dazu zu verpflichten, Stadt- beziehungsweise Stadtteilgeschichte in Form eines eigenen Forschungsvorhabens zu ergründen. Für die 18-monatige Recherchearbeit, die geschichtliches Interesse voraussetzt, ist ein Stipendium in Höhe von 1200 Euro pro Projekt ausgesetzt worden.

„Von fünf Duisburger Bewerbungen haben vier Projekte den Zuschlag zum Mitmachen erhalten“, berichtete Klaus Becker, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung und Mitglied des sechsköpfigen Bochumer Auswahlgremiums. Lothar Koopmann, ehemaliger Leiter des Duisburger Mercator-Verlages und gebürtiger Meidericher, wird das Thema „Meidericher Straßennamen – Ihre Geschichte und Bedeutung“ verfolgen. Der in Duisburg-Laar geborene frühere Designer Günter Matcik hat sich „Die Welsche Kolonie der Phönix-Hütte“ zum Thema genommen. Der städtische Ruheständler Heinz Pischke widmet sein Projekt unter dem Titel „Laar am Rhein – Geschichte und Geschichten“ seinem Duisburger Geburtsstadtteil. Und gleich drei Forscher wollen sich das Thema „Flüchtlingsmigration in der Industriestadt Hamborn 1919-1923. Handlungsspielräume und Herausforderungen bei der Eingliederung von Zuwanderern aus ehemaligen deutschen Gebieten nach dem Ersten Weltkrieg“ zu Eigen machen. Diese sind der Jurist Jörg Weißmann, der Historiker Thorsten Fischer und der Unternehmensberater Michael Voith. Ihre Nähe zu dem Forschungsvorhaben erklärt sich aus ihrem Engagement im Hamborner Heimatverein.

Die Ergebnisse aller Ruhrgebietsforschungen für den Zeitraum von 2022 bis 2024 würden in einer gemeinsamen Abschluss-Broschüre festgehalten, sagte Becker. Darüber hinaus wolle er aber seitens der Bürgerstiftung die Duisburger Untersuchungen bei Halbzeit des Förderzeitraums in einem Zwischenbericht zusammenfassen lassen und die finalen Ergebnisse der Duisburger Studien in einem separaten Ergebnisband später präsentieren.

Neben den vier Duisburger Projekten sind als weitere Projektorte von den insgesamt 14 Stadtteil-Historiker-Projekten die Städte Bochum und Essen je zweimal sowie Herne, Gelsenkirchen, Dortmund, Hattingen, Waltrop und Oer-Erkenschwick jeweils einmal vertreten. Der jüngste Stipendiat ist übrigens 15, der älteste 76 Jahre alt, heißt es in einer Pressemitteilung der GLS Treuhand.

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