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Duisburg: Franz-Haniel-Platz stiftet Identität

Duisburg : Franz-Haniel-Platz stiftet Identität

Große Resonanz fand auch der jüngste Vortrag im neuen Landesarchiv NRW am Innenhafen. Jutta Stolle von der Ruhrorter Weltfirma Haniel referierte über Geschichte und Gestalt des Franz-Haniel-Platzes.

Die Vortragsreihe "DU an Rhein und Ruhr - Duisburger Identität(en) im Wandel der Zeit" im neuen Landesarchiv NRW am Innenhafen entwickelt sich immer mehr zum Renner (die RP berichtete). Große Resonanz fand jetzt auch der jüngste engagierte Vortrag "Ein Platz schafft Identität - der Franz-Haniel-Platz in Duisburg-Ruhrort" von Jutta Stolle, Abteilungsleiterin "Gesellschafter und Nachhaltigkeit" bei der Ruhrorter Weltfirma Haniel.

 Jutta Stolle referierte im Landesarchiv.
Jutta Stolle referierte im Landesarchiv. Foto: ARchiv

Der Ursprung des heutigen Franz-Haniel-Platzes liegt im Jahre 1756, als der Preußenkönig Friedrich II dem Großvater des Firmengründers Franz Haniel (1779-1868) namens Jan Willem Noot erlaubte, das erste Haus vor den Toren Ruhrorts zu errichten, das heute so genannte "Packhaus", in dem es inzwischen ein Haniel-Museum gibt. Das Unternehmen ist also seit 258 Jahren im Familienbesitz, die ursprünglichen Grundsätze wie Bildung und Gemeinwohl werden nach wie vor hochgehalten - "Wert und Werte" oder "Geschäftssinn und Gemeinsinn" fasste es Jutta Stolle stolz zusammen.

Die Familie Haniel hat inzwischen nicht weniger als 1400 Mitglieder (denn die meisten haben vier oder fünf Kinder), von denen 650 Gesellschafter sind, aber keiner zu den 11500 Mitarbeitern zählen darf, wobei diese Regelung zur Zeit in Bezug auf Praktika diskutiert wird.

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Im 20. Jahrhundert wurde das Gelände zunächst mit An- und Zubauten regelrecht verbaut, bevor Professor Hans Georg Willers, Konzernchef von 1980 bis 1994, beschloss das Ganze konsequent zu gestalten, unter anderem durch den fulminanten Neubau der Haniel-Akademie, um daraus Identität für die Firma und den Ort zu stiften, damit das Unternehmen in Ruhrort bleiben, dort expandieren und zur Entwicklung des Hafenstadtteils beitragen konnte. 1983 wurde der Straßenname "Franz-Haniel-Platz" von der Stadt Duisburg offiziell anerkannt.

Später wurden weitere Gebäude in der Umgebung dazu erworben, wie die klassizistische ehemalige evangelische Kirche, von der nur der Glockenturm erhalten werden konnte, die neoklassizistische Dahlbender-Villa (benannt nach dem letzten Besitzer, dem Musikverleger Alfred Dahlbender) und das neoromanische ehemalige evangelische Gemeindehaus, in dem jetzt kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Neben dem herausragenden architektonischen Ensemble gibt es am Franz-Haniel-Platz noch Kunstwerke wie die monumentale Skulptur "Kopf und Schulter" von Michael Croissant (die Hanielaner nennen sie liebevoll "das abgestürzte Flugzeug") sowie sehr alte Bäume, von denen zwei wohl noch zu Lebzeiten von Franz Haniel gepflanzt wurden - die neuen Gebäude wurden sorgfältig um die historischen Pflanzen herum angelegt.

(hod)