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Fossa-Zucht im Duisburger Zoo: Erfolgsgeschichte begann vor 40 Jahren

Erhalt einer bedrohten Tierart : 40 Jahre Fossa-Zucht im Duisburger Zoo

Am 14. Juni 1980 erblickte das erste Fossa-Jungtier am Duisburger Kaiserberg das Licht der Welt. Seitdem schreibt der Zoo eine einmalige Erfolgsgeschichte und leistet einen großen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Art.

Insgesamt neun Fossas leben derzeit im Zoo am Kaiserberg, von denen sechs bereits in Duisburg geboren wurden. Die Duisburger Zucht der gefährdeten, größten madagassischen Raubtierart ist die mit großem Abstand erfolgreichste weltweit. Es liegt daher nahe, dass auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm und das Internationale Zuchtbuch in Duisburg begründet sind und fortan koordiniert werden. „Wir sind stolz darauf in den letzten 40 Jahren fast 70 Jungtiere erfolgreich aufgezogen zu haben“, sagt der zoologische Leiter in Duisburg, Johannes Pfleiderer. „Gerade die Zusammenführung der einzelgängerischen Fossas zur Paarungszeit erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.“

Der jüngste Nachwuchs der Fossa-Familie hat vor kurzem seinen ersten Geburtstag gefeiert. Die drei Jungtiere Mangoro, Tanjana und Beroketa teilen sich zurzeit noch eines der drei Schaugehege mit Mutter Kinja. Traditionsgemäß erhalten alle Fossas im Zoo Duisburg madagassische Namen.

1975 kam das erste Fossa-Männchen aus der Schweiz in den Zoo Duisburg, 1978 folgte das erste Weibchen aus Montpellier. Foto: Zoo Duisburg

1975 kam das erste Fossa-Männchen aus der Schweiz in den Zoo Duisburg, 1978 folgte das weltweit erste in Menschenobhut aufgezogene Weibchen aus Montpellier. Der Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten, zwei Jahre später kam das erste Jungtier am 14. Juni zur Welt. Der Zoo am Kaiserberg war damit der zweite Zoo weltweit, der einen Zuchterfolg vermelden konnte.

Über die Jahrzehnte wurden Dutzende Fossas an andere Tiergärten abgegeben, aber bis heute bleibt der Zoo Duisburg die Einrichtung, in der die mit Abstand meisten Fossas nachgezogen wurden. „Auch wenn Fossas immer noch zu den seltenen Zoobewohnern zählen, freuen wir uns, dass die Haltungen dank der guten Zuchterfolge zunehmen und so eine stabile Reservepopulation aufgebaut werden kann“, sagt Pfleiderer. Denn in ihrer Heimat gelten sie als gefährdet. Vor allem der Verlust ihrer Lebensräume durch Brandrodungen sowie die Jagd auf die Tiere setzen den Beständen zu.

Der erste Nachwuchs in Duisburg kam am 14. Juni 1980 auf die Welt. Foto: Zoo Duisburg

Der Zoo Duisburg engagiert sich daher nicht nur durch die Koordination des  Zuchtprogrammes, sondern verwaltet auch seit 1995 einen Fossa-Fonds, durch den Projekte und Forschungen in Madagaskar umgesetzt werden. Hierdurch konnten nicht nur umfassende Freilandstudien und der Aufbau von Zuchtanlagen im Zoo der Hauptstadt finanziert werden, sondern vor allem auch Bildungs- und Aufklärungsprojekte für die Bevölkerung vor Ort sowie konkrete Maßnahmen wie fossasichere Hühnerställe und brennstoffsparende Kochöfen ermöglicht werden.

(dab)