Duisburg: Forschungskolleg in Duisburg gestartet

Duisburg : Forschungskolleg in Duisburg gestartet

Im Beisein zahlreicher Gäste aus Wissenschaft, Politik und Bürgergesellschaft wurde im Museum Küppersmühle der Auftakt des zehnten Käte Hamburger Kollegs im Rahmen einer Konferenz zu den "Chancen globaler Kooperation im 21. Jahrhundert" gefeiert. Mit diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für insgesamt sechs Jahre finanzierten "Centre for Global Cooperation Research" entsteht eine Einrichtung der internationalen Spitzenforschung zu grundlegenden Aspekten globaler Kooperation, an der mit Spezialisten aus aller Welt auch Vorschläge zu zentralen Themen wie Klimawandel, Finanzmarktkrise und Schutz von Menschenrechten erarbeitet werden sollen.

"Wir freuen uns, dass diese Bewerbung unter 20 Anträgen in der vierten Ausscheidungsrunde erfolgreich war", so Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, in einem Grußwort. Staatssekretär Helmut Dockter betonte die Sicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung, dass ohne den Beitrag der Geisteswissenschaften Fortschritt heute gar nicht mehr denkbar sei.

Ulrich Schüller bestätigte als Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das Fördervolumen von insgesamt 13 Millionen Euro. Der Löwenanteil dieses Etats soll in die Verpflichtung der "Fellows", das sind Gastwissenschaftler, fließen, die am Käte Hamburger Kolleg forschen und publizieren.

Das Kolleg fügt dem Profilschwerpunkt "Wandel der Gegenwartsgesellschaft" der Universität Duisburg-Essen eine weitere Dimension hinzu und möchte die Ergebnisse interdisziplinärer Forschung auch in die öffentliche Diskussion einbringen. Dies betonte der Geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Tobias Debiel, zugleich Leiter des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg. Im Direktorium des Kollegs vertreten sind ferner Prof. Dr. Claus Leggewie, Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und Prof. Dr. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn (DIE).

Oberbürgermeister Sören Link, dem die Financial Times Deutschland kürzlich einen der schwierigsten Jobs im Lande attestiert hat, zeigte sich hocherfreut über die frische Internationalität am Duisburger Innenhafen und mahnte an, dass "globales Wissen sich immer auf der lokalen Ebene" manifestiere.

Der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani mahnte mit Blick auf die aktuelle Lage in Syrien, dass sie anschaulich zeige, was passiert, wenn globale Kooperation eben gerade nicht funktioniert. Auch Prof. Dr. Angelika Nußberger, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, ließ auf globale Bezüge angesprochen, durchblicken, dass bereits die Verhältnisse in Europa an Komplexität nichts zu wünschen übrig ließen.

Auf viel Interesse stieß ein Beitrag, der so gar nicht politisch daher kam. Der Psycholinguist und Kognitionswissenschaftler Dr. Daniel Haun, der an den Max-Planck-Instituten in Leipzig und Nijmegen arbeitet, stellte Studien mit Kleinkindern vor, die darauf hindeuten, dass kooperatives Verhalten in uns angelegt ist — und sogar Spaß macht.

(RP/ac)