Duisburg: Folkwang-Professor Bloch eröffnete "Große Klaviermusik"

Duisburg : Folkwang-Professor Bloch eröffnete "Große Klaviermusik"

Vor neun Jahren eröffnete Folkwang-Klavier-Professor Boris Bloch die inzwischen bewährten und beliebten Sparkassen-Konzerte "Große Klaviermusik", veranstaltet von der Folkwang-Universität der Künste.

Jetzt machte er auch den Anfang der aktuellen Saison 2012/13, ausnahmsweise im Kuhlenwall-Karree der Sparkasse.

Und der Saal war gut gefüllt, mit Fans des prominenten Pianisten, Duisburgs notorischen Konzert-gängern und vielen Neugierigen. Die erste Programmhälfte nahm der komplette Zyklus "Années de Pèlerinage, Première Année: Suisse" von Franz Liszt ein. Sonst werden meistens nur einzelne Sätze daraus gespielt, vor allem die mit Abstand längste und vielleicht gelungenste Nummer "Vallée d'Obermann".

Aber gerade weil nicht alle neun Sätze die gleiche Qualität haben, erscheint es löblich, das ganze Werk aufzuführen. Leider wirkte der als Experte für diesen Komponisten geltende Boris Bloch hier bei dessen Schweizer Pilgerfahrt nicht ganz auf der Höhe seiner enormen Liszt-Kompetenz, mit bisweilen fahriger Phrasierung und matten Strukturen. Das pianistische Charisma des Folkwang-Professors sorgte freilich dafür, dass die Wirkung dennoch nicht ausblieb. In wenigen Tagen erhält Boris Bloch in Budapest die Medaille der Internationalen Liszt-Gesellschaft.

Einen wie ausgewechselten Pianisten gab es dann zu erleben in den mit großer Ruhe und Klangsinnlichkeit hingelegten "Images II" von dem vor 150 Jahren geborenen Claude Debussy. Faszinierend der Übergang der Glocken-Klänge, von Liszt "Les cloches de Genève" zu Debussys "Cloches à travers les feuilles"— wenn auch getrennt durch die ausgedehnte, mit erfreulicher Verköstigung verbrachte Pause. Fast eine Synthese des Klavierabends war dann die Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 von Frédéric Chopin, die mit dem Trauermarsch. Zwar erlaubte sich Boris Bloch hier einige exzentrische Abweichungen vom Notentext. Es wurde aber eine äußerst lebendige und insgesamt durchaus angemessene Aufführung dieser wahrhaft romantischen Sonate.

Das nächste, zweite Konzert der Reihe "Große Klaviermusik" findet am Dienstag, 4. Dezember, um 19.30 Uhr statt, dann wieder wie üblich im Kleinen Konzertsaal der Folkwang-Uni an der Düsseldorfer Straße 19. Henri Sigfridsson, der neue Künstlerische Leiter der Konzertreihe, Folkwang-Professor und Weltklassepianist, spielt dann Werke von Ludwig van Beethoven, Arnold Schönberg und Liszt. Karten unter Tel. 0203 29 588-0 oder per Mail: karten@folkwang-uni.de.

(hod)