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Duisburg: FOC-Planungen verzögern sich erneut

Duisburg : FOC-Planungen verzögern sich erneut

Für eine "verzögerungsfreie Realisierung des FOC" sollten die Fristen sorgen, die Politik und Verwaltung den Projektentwicklern des geplanten Outlet-Centers in Hamborn bei der Vertragsverlängerung gesetzt hatten. Doch inzwischen ist klar, dass es erneute Verzögerungen geben wird: Die Gutachten, die Lösungen für den Störfallabstand und die Verkehrsbelastung aufzeigen sollen, liegen auch nach zwei weiteren Monaten noch nicht vor.

Stadtspitze und Stadtplaner schauen dem Treiben weiter tatenlos zu, die großen Volksparteien ducken sich bei dem Thema lieber weg. Dass die geplatzten Fristen und die nach wie vor offenen Probleme überhaupt in der Ratssitzung am Montag diskutiert werden, liegt allein an einem Antrag, den die dreiköpfige PSL-Ratsfraktion aus Piraten, SGU und BL stellt: Sie fordern den Rückzug der Stadt aus dem Projekt, um den "seit fünf Jahren andauernden Stillstand" endlich zu beenden. Doch offenbar sind weder eine Ratsmehrheit noch die Stadtplaner um Baudezernent Carsten Tum gewillt, weiteren Druck auszuüben.

Da ist es auch kein schlechtes Timing, dass die Projektentwickler der Douvil GmbH kurz vor der Ratssitzung ihr neues Büro am Hamborner Altmarkt eröffnen. Die Verlegung des Firmensitzes sieht Douvil-Geschäftsführer Carsten Grauel als klares Signal, das Megaprojekt weiter voranzutreiben. Doch wie will Douvil denn nun die Störfall-Problematik lösen? "Wir haben eine Lösung", sagt Projektleiter Lompa, man müsse aber eben auch die Aufsichtsbehörden davon überzeugen. Die Vorabstimmung mit der Bezirksregierung und dem Landesumweltamt stehe noch aus, ins Detail gehen will Lompa daher nicht. "Im Endeffekt ist es das, was wir vorher schon immer beschrieben haben."

Damit läuft die Lösung auf die Einrichtung von Schutzräumen hinaus, gesicherte Bereiche, die die Menschen im Schadensfall aufsuchen sollen. Denn da man Grillo nicht zu Maßnahmen auf dem Werksgelände zwingen kann, muss die Lösung auf dem FOC-Areal erfolgen. Die einzelnen Läden unter einem Dach in einem Gebäude unterzubringen, ist keine Alternative. "Den Village-Charakter zu erhalten, ist unser oberstes Ziel. Denn sonst macht ein FOC für uns keinen Sinn", sagt Lompa.

Warum sich die nötigen Gutachten derart in die Länge ziehen, das liege an "vielen Punkten", sagt der Projektleiter, möchte sich aber auch dazu nicht weiter äußern. Als die "Meilensteine" mit den Fristen erstmals verabredet wurden, seien beide Seiten "sehr optimistisch" gewesen. Danach habe sich herausgestellt, dass es doch aufwendiger sei. Eigentlich sollten die Planentwürfe längst öffentlich ausliegen, die Baurechtsschaffung im Frühsommer abgeschlossen sein.

(ib)