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Duisburg: FOC bleibt ein Zankapfel

Duisburg : FOC bleibt ein Zankapfel

Beim Zukunftsforum in der Hamborner Clauberghalle kam es zu heftigen Diskussionen um das geplante Großprojekt an der A 59. Die "Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz" glaubt nicht an den Erfolg des Einkaufszentrums.

Ein Streifenwagen vor dem Geländezugang und ein Großaufgebot des Ordnungsamtes im Innenraum der Clauberghalle — die städtischen Ordnungshüter schienen jetzt beim Zukunftsforum Hamborn am Dienstagabend einiges an Konfliktpotenzial zu erwarten. Thema der Informationsveranstaltung, zu der Hamborns Bezirksbürgermeister Uwe Heider eingeladen hatte, war der geplante Bau des Factory-Outlet Centers (FOC).

Experten aus Politik und Wirtschaft sollten die Bürger über das anstehende Großprojekt informieren und anschließend mit ihnen diskutieren. Roger Sevenheck, Leiter der "German Development Group", der für das FOC zuständigen Investmentgruppe, erklärte, wieso er den Standort in Hamborn für angemessen hält: "Wir sehen hier ein riesiges Potenzial. Der Stadtteil ist perfekt an die Autobahn angebunden, und ein Outlet Center an dieser Stelle würde ungefähr 24 Millionen Kunden ansprechen."

Proteste in der Halle

Weitere Argumente für den Bau des FOC auszuführen, kam er nicht, da er von anhaltenden Proteststürmen und Pfiffen in der Halle unterbrochen wurde. Der Hintergrund der emotional aufgeheizten Stimmung ist der für den Bau des FOC geplante Abriss der Siedlung Zinkhüttenplatz.

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Deren Mieter wollen ihre Wohnungen nicht räumen, daher haben sie sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, die die Umsetzung des Projektes zu verhindern soll. Wegen der anhaltenden Unmutsbekundungen der Bevölkerung entschied sich Stadtdirektor Peter Greulich (Grüne) dafür, den Gästen die Entscheidung des Stadtrates zugunsten des FOC noch einmal näher zu erläutern.

Seine Äußerungen, dass das Outlet Center aus Sicht des Rates eine Chance auf neue Arbeitsplätze und viel Kaufkraft in den Duisburger Norden locken würde, stieß im Saal aber nur auf Ablehnung und höhnisches Gelächter. Die betroffenen Bürger vom Zinkhüttenplatz und die Bürgerinitiative glauben offenbar nicht an den Erfolg eines "Factory-Outlets" in Hamborn.

In der anschließenden Diskussion machte Helmut Mattern, Sprecher der Initiative klar, was die betroffenen Bürger von dem Großprojekt halten: "Wir glauben einfach nicht, dass ein solches Projekt hier eine Zukunft hat. Wer ein Einkaufszentrum sucht, der fährt doch nach Oberhausen."

Deshalb, so der Aktivist, würde es auch niemand einsehen, für das Einkaufszentrum umziehen zu müssen. "Egal, was auch immer jetzt passiert — wir bleiben am Zinkhüttenplatz wohnen", sagte er.

(RP)