Flexible Räume für Duisburger Schulen

Neues Konzept : Flexible Räume für Duisburger Schulen

Die Klassen in den sanierten und erweiterten Schulen in Duisburg sollen flexibel nutzbar sein. Eine Mensa kann auch Aula sein.

Bei der Sanierung der Schulen versucht die Schulverwaltung, Gebäude, die teilweise älter als 100 Jahre sind, den Anforderungen moderner Pädagogik anzupassen. Um eine einheitliche, aber dennoch an die Bedürfnisse jeder Schule angepasste Ausstattung zu gewährleisten, haben das Immobilienmanagement Duisburg (IMD), Schulaufsicht und Schulen gemeinsam in den vergangenen zwei Jahren ein sogenanntes Musterraumprogramm erarbeitet. Der Schulausschuss stimmte mit großer Mehrheit zu, die endgültige Entscheidung trifft der Rat in seiner Sitzung am 1. Juli.

In Klassenräumen soll künftig nicht nur gelernt, sondern auch gespielt, geruht und gegessen werden. Dazu bedarf es einer Möblierung, die flexibel und schnell zu bewegen ist. Dazu gehören sogenannte Dreieckstische und ein Lehrerpult, das auf Rollen steht. Eine Aufteilung der Räume ermöglicht eine Differenzierung zwischen Schülergruppen – wichtig etwa für das gemeinsame Lernen. Eine Mensa kann, von vornherein entsprechend ausgestattet, auch als Aula dienen.

„Die Mehrfachnutzung verhindert, dass Räume doppelt vorgehalten werden“, erklärte Reinhard Wolf vom Amt für schulische Bildung dem Schulausschuss. Das spare ebenso Baukosten wie Klassenräume, die am Nachmittag vom offenen Ganztag (OGS) genutzt werden. Geplant ist, schon beim Ausbau von sechs Grundschulen nach dem Musterraumprogramm zu verfahren.

Allerdings soll dabei die Planung stets dem Bedarf der Schule folgen, betont Schulamtsleiter Ralph Kalveram: „Eine statische 1:1-Übertragung bringt nichts.“ Für Irritationen sorgte die Formulierung in der Vorlage, die Anpassung erfolge auch „unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und finanzieller Belange“. Eine Ausstattung nach Kassenlage dürfe es nicht geben, mahnte Peter Ibe (CDU). „Es geht um das finanziell Machbare und pädagogisch Sinnvolle“, sprach sich auch Benedikt Falszewski (SPD) dafür aus, Prioritäten zu setzen angesichts der begrenzten Fördermittel.

Verärgert reagierte Martin Fey, Schulformsprecher der Grundschulen, auf das Konzept, dass den Politikern erst wenige Tage zuvor zugestellt worden war. „Es ist nicht, wie zugesagt, mit den Schulformsprechern abgestimmt.“ Vor allem bei der Mehrfachnutzung von Räumen gebe es aus Sicht der Grundschulen erhebliche Bedenken. Die hatte auch Barbara Laakmann (Linke). „In Küchen mit 30 Quadratmetern kann man nicht für 100 Kinder kochen“, kritisierte die ehemalige Schulleiterin.

„Nichts ist in Stein gemeißelt“, entgegnete Schuldezernent Thomas Krützberg, der Ausschuss entsprach schließlich seiner Bitte, von einer Vertagung der Entscheidung abzusehen. Die, so Krützberg, sei mit Blick auf die zügige Planung für die Erweiterung der sechs Grundschulen durch das IMD dringend noch vor der Sommerpause erforderlich.

(ma)
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