Duisburg: Filmwoche startet mit "Schlagerstar"

Duisburg : Filmwoche startet mit "Schlagerstar"

Vom 4. bis 9. November werden im Filmforum herausragende Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt und diskutiert. Kulturdezernent Krützberg: "Ein Festival mit internationaler Strahlkraft."

Für die Filmemacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist allein die Teilnahme an der Duisburger Filmwoche eine Auszeichnung. Aus Hunderten aktuellen Dokumentationen hat nach wochenlanger Sichtungsarbeit eine Auswahlkommission jene 27 Produktionen ins Programm aufgenommen, die vom 4. November bis 9. November, im Filmforum am Dellplatz gezeigt und anschließend diskutiert werden. Für viele Filmschaffende und Fernsehredakteure gilt die Duisburger Filmwoche als das wichtigste Festival für den dokumentarischen Film. Und zwar gerade deshalb, weil in Duisburg nicht "Glanz und Gloria" im Mittelpunkt stehen, sondern die Filme selber. Nirgendwo sonst wird so viel über die gezeigten Filme öffentlich diskutiert wie in Duisburg. Duisburgs neuer Kulturdezernent Thomas Krützberg nannte die Duisburger Filmwoche, die nun zum 37. Mal veranstaltet wird, ein "herausragendes kulturelles Highlight mit internationaler Strahlkraft". Dazu gehört auch das Jugenddokumentationsfestival "doxs!", das gleichzeitig mit der Filmwoche stattfindet.

"Im Bilde" heißt in diesem Jahr das Motto der Filmwoche, bei der es keine thematischen Vorgaben gibt. Entsprechend weit ist der Bogen gespannt, sowohl inhaltlich als auch geografisch. Da werden internationale gesellschaftliche Konflikte genauso ins Programm aufgenommen wie die Aufbereitung der eigenen Biografie. So gibt es beispielsweise Einblicke, wie junge Schleuser an der türkisch-griechischen Grenze operieren — eine Dokumentation, bei der die Filmemacher durchaus unter Gefahren gedreht haben.

Für Diskussionen wird auch gewiss der Film "Meine keine Familie" sorgen, bei der der Regisseur sein Aufwachsen in der berüchtigten Kommune von Otto Muehl aufarbeitet. Und in die Grenzbereiche zwischen Leben und Tod führt die Dokumentation "Intensivstation", die in der Berliner Charité gedreht wurde und in Duisburg als Uraufführung gezeigt wird.

Doch gestartet wird mit vergleichsweise leichter Kost am Montag, 4. November, 21 Uhr. Der Eröffnungsfilm "Schlagerstar" zeigt ungeschminkt, wie in Österreich (und in Varianten wohl auch anderswo) volkstümliche Schlager vermarktet werden. Festivalleiter Werner Ruzicka sagte, dass es den Filmautoren gelungen sei, ohne unnötige Häme ihr Thema in Bilder, Worte und Töne umgesetzt zu haben.

Wie fast immer in Duisburg kann man Filme von jungen und etablierten Dokumentaristen sehen. In diesem Jahr dabei ist Altmeister Harun Farocki, der die Arbeit in einem internationalen Architektenbüro beleuchtet hat.

(RP)
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