Duisburg: Filmwoche sicher am Start

Duisburg : Filmwoche sicher am Start

Am Montag wird die 36. Duisburger Filmwoche eröffnet, das wohl bedeutendste Festival für deutschsprachige Dokumentarfilmproduktionen. Die Zukunft des internationalen Cineasten-Treffens scheint gesichert zu sein.

Das Motto der 36. Duisburger Filmwoche, die am Montag, 5. November, 20 Uhr, eröffnet wird, heißt "Räume". Viele der 26 Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die bis zum 10. November im Filmforum vorgestellt und diskutiert werden, führen in Räume, die man normalerweise so nicht betreten wird oder kann. Gemeint sind dabei nicht nur Räume in Häusern oder Fabriken, sondern auch Lebensräume im übertragenen Sinne. Bisweilen sind die Grenzen zwischen den Raumbegriffen auch fließend; beispielsweise dann, wenn es sich um die Schilderung von illegalen Goldgräbern in der Wüste Gobi handelt.

Am Mittwoch wurde das Programm der Duisburger Filmwoche mit Worten und kurzen Trailern vorgestellt. Dr. Gerd Jahn, Direktor der Duisburger Volkshochschule, wo die Filmwoche finanziell verankert ist, brachte eine gute Nachricht für die stetig wachsende Zahl der Freunde dieses "Arbeitsfestivals" mit: Die Duisburger Filmwoche, so Jahn, sei für die nächsten Jahre gesichert. Weil das international bedeutsame Filmfestival für die Stadt ein großer Imagegewinn bedeutet, werde die Finanzierung vorerst nicht infrage gestellt. Auch der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis der Stadt Duisburg für begabte junge Filmemacher soll weiterhin vergeben werden.

Acht Uraufführungen, fünf deutsche Erstaufführungen und 13 weitere von einer Auswahlkommission für sehenswert und diskussionswürdig befundene Filme stehen auf dem Programm. Bekannt ist "Duisburg" dafür, dass die Filme nicht nur gezeigt werden, sondern im Anschluss an die Vorführung auch besprochen werden. Dabei sitzen die Regisseure beziehungsweise Filmautoren auf dem Podium und stellen sich der öffentlichen Kritik oder auch dem öffentlichen Lob. Bisweilen sind auch im Film vorgestellte Protagonisten Gäste der Filmwoche. In diesem Jahr beispielsweise der Schauspieler, Autor und Filmemacher Peter Kern, der von jungen Filmemachern porträtiert wurde.

Eröffnet wird die Filmwoche in diesem Jahr mit der Uraufführung von "Stahlbrammen und Pfirsiche", einer Dokumentation, die in Duisburg gedreht wurde. 25 Jahre nach dem Beginn des Rheinhauser Arbeitskampfes zeigt der Film die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann in Hüttenheim, zu deren Gunsten der Standort Rheinhausen 1993 endgültig geschlossen wurde. Über den Film der beiden Dortmunder Filmstudenten Florian Pawliczek und Andy Michaelis heißt es: "Stahlkrise und industrieller Niedergang bilden im Film den unsichtbaren, der kochende Stahl selbst den sichtbaren Hintergrund für die Erzählungen einzelner Arbeiter von ihrer Verbundenheit mit dem Werk."

Festivalleiter Werner Ruzicka rechnet am Montagabend mit einem so großen Andrang, dass man "Stahlbrammen und Pfirsiche" nicht nur im Saal des Filmforums, sondern parallel auch im Saal des Grammatikoff zeigt, wo sonst die Diskussionen stattfinden.

Erstmals gibt es in diesem Jahr ein besonderes Angebot für Nachtschwärmer: Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag wird als letzter Film jeweils eine Dokumentation mit musikalischem Bezug gezeigt. Nach der anschließenden obligatorischen Diskussion startet gegen Mitternacht dann ein Musikprogramm im Grammatikoff. Besonders attraktiv ist dabei wohl die Nacht von Freitag auf Samstag, wenn der "Palais-Schaumburg" Musiker Holger Hiller, zuvor Protagonist im Film "Oben im Eck — Holger Hiller" (Regie: Janine Jembere), live Musik macht.

Info www.duisburger-filmwoche.de

(RP/ac)