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Duisburg: Feurige Rache am kleinen Bruder

Duisburg : Feurige Rache am kleinen Bruder

Nach einem Streit mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder soll ein 30-jähriger Neudorfer versucht haben, das Mehrfamilienhaus, in dem der 28-Jährige an der Kammerstraße wohnte, in Brand zu setzen. Die Anklage wirft dem Mann versuchte schwere Brandstiftung vor. Am 21. Oktober 2015 soll er einen im Flur des Treppenhauses zusammen gerollt liegenden Teppich angezündet haben. Die Anklage geht davon aus, dass der 30-Jährige erreichen wollte, dass das Haus vollständig abbrennt. Ein Plan ging nicht auf: Ein 33-jähriger Zeuge hatte mitbekommen, dass die beiden Brüder wieder einmal Streit hatten und durch den Türspion gesehen, dass der Ältere sich bückte, den Teppich ansteckte und dann aus dem Haus ging. Der Zeuge löschte die Flammen. Der Teppich, der erst am Tag zuvor geliefert worden war, konnte sogar noch verwendet werden.

Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen. Nicht einmal neben seinem Anwalt wollte der Mann Platz nehmen, für den das Gericht einen psychiatrischen Sachverständigen bestellt hat. Sein Bruder gab sich im Zeugenstand ebenso wortkarg. Zu einer Entscheidung kam das Schöffengericht noch nicht. Denn obwohl der Fall als versuchte schwere Brandstiftung angeklagt wurde, ist unklar, ob die Aktion des Angeklagten überhaupt zu einer Zerstörung des Hauses hätte führen können. "Im Treppenhaus war außer dem Teppich nichts, was hätte brennen können", so ein Polizeibeamter. Allenfalls die Kunststoffbeschichtung eines Treppengeländers hätte noch in Rauch aufgehen können. Aufschluss erhofft sich das Gericht von einem Brandsachverständigen, der nun geladen werden soll.

(BM)