Duisburg: Festtag für Pferdenarren

Duisburg : Festtag für Pferdenarren

Der Reiterverein DRV 64 hatte gestern zum Tag der offenen Tür auf dem Biegerhof geladen. Es gab Reitvorführungen und Kutschfahrten. Auch konnten die Gäste verschiedene Arten des Reitunterrichts kennen lernen.

Huckingen Auch wenn Tom und Jerry sich nie streicheln lassen wollen, sind sie doch "total süß", findet die fünfjährige Nina. Für sie wie auch für die anderen Kinder waren die Kutschfahrten mit den beiden Shetland-Ponys einer der Höhepunkte des Tags der offenen Tür. Ninas Lieblingspferd ist jedoch ein ganz anderes: Harles. "Auf ihm darf ich immer voltigieren, das macht Spaß", erzählte die kleine Nachwuchsreiterin aufgeregt.

Erich Biebricher, der Inhaber des Biegerhofs, hat es sich neben der Nachwuchsförderung zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderung das Reiten spielerisch beizubringen. In den Ställen des Biegerhofs sind etwa 30 Pferde untergebracht – davon 15 Schulpferde, die in den therapeutischen Reitstunden für Kinder und Erwachsene mit Behinderung eingesetzt werden. "Das Reiten kräftigt die Muskulatur und ist von den Bewegungen dem Gehen sehr ähnlich", erklärte Nicole Hocks, ausgebildete Reitlehrerin für Therapeutisches Reiten. "Unbewusst lernen die Kinder, die im Rollstuhl sitzen, durch das Reiten die Gehbewegungen."

Tiere einfühlsamer als Menschen

Für die 38-jährige ist es die schönste Belohnung, die Fortschritte bei den Kindern zu beobachten. Auch die kleine Katharina (9) sitzt im Rollstuhl. Sie macht jetzt seit etwa einem Jahr bei den therapeutischen Reitstunden auf dem Biegerhof mit. "Tiere sind einfühlsamer als Menschen", erklärt Katharinas Mutter. "Sie reagieren ganz anders und sind unvoreingenommen." Katharina selbst ist ein großer Tierfan und ist auch schon mit Delfinen geschwommen. "Ihr tut das Reiten gut, sie wird lockerer", bestätigt Katharinas Vater.

Für Erich Biebricher ist das Wichtigste, dass die Kinder Spaß haben. Er steckt seine ganze Kraft und Freizeit in den Hof. "Die Kinder sitzen auf den Pferden und strahlen. Das ist für mich die Bestätigung, dass ich das Richtige tue", so Biebricher.

Gestern hatte der Biegerhof noch einen besonderen Höhepunkt zu bieten: Stolz stellte der Hofinhaber das neue Therapiepferd Renaldo vor. Es wurde mit Mitteln der Stiftung "Kind Duisburg" angeschafft.

Neues Therapiepferd gestiftet

Dafür wurde gestern Irene Knoch, die Gründerin der Stiftung, geehrt. "Frau Knoch ist unser Engel", sagte Biebricher. "Ohne sie könnten wir die Therapiestunden nicht anbieten." Knoch hatte dem Hof im vergangenen Jahr bereits das Therapiepferd Franz geschenkt. "Und jetzt Renaldo. Er bringt die besten Voraussetzungen mit", betonte Biebricher. "Er ist ganz ruhig, und er hat gerne Kinder um sich."

(RP)