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Duisburg: Festival scheint ausgeträumt

Duisburg : Festival scheint ausgeträumt

Die Zeit für eine Rettung des bedrohten Traumzeit-Festivals läuft in dieser Woche ab. Während Kulturdezernent Karl Janssen noch auf einen Sponsor hofft, wird der künstlerische Leiter Tim Isfort bereits nicht mehr bezahlt.

Noch eine knappe Woche, dann könnte mit der Traumzeit ein Festi—val Geschichte sein, das sich im Laufe von 15 Jahren einen Platz unter den überregional bedeutenden deutschen Musikveranstaltungen erarbeitet und Duisburg damit große Anerkennung eingebracht hat. In den viereinhalb Monaten, seit—dem der bisherige Hauptsponsor RWE angekündigt hat, seinen aus—laufenden Vertrag nicht zu verlän—gern, haben es die Verantwortlichen der Duisburg Marketing GmbH (DMG) und der Stadt nicht fertiggebracht, die Finanzierungslücke von 230 000 Euro für das Festival 2012 zu schließen.

Die Zeit rennt weg

Kulturdezernent Karl Janssen wiederholte jetzt kurz vor Ultimo noch einmal seine Ankündigung vom vergangenen Oktober: "Ich tue alles dafür, dass es noch gelingt." Innerhalb der vergangenen gut vier Monate habe er mit drei Firmen erfolglos verhandelt. "Jetzt rennt uns die Zeit weg. In dieser Woche steht noch ein wichtiges Gespräch an, aber wenn das scheitert, wird es schwierig. Ende Januar ist Feierabend." Das Land NRW könne nicht als Retter einspringen, weil der Haushalt 2012 erst im April beschlossen werde. Dann sei es für die Festivalplanung längst zu spät. Ob und wie selbst bei erfolgreicher Sponsorensuche noch ein Programm auf die Beine gestellt werden könnte, ist schon jetzt mehr als fraglich. Obwohl das Festival für 2012 offiziell noch nicht abgesagt ist, zahlt die DMG dem künstlerischen Leiter Tim Isfort seit Anfang des Jahres kein Honorar mehr. Schon in den vergangenen Monaten wurden Isfort mit Hinweis auf die unsichere Finanzierung Dienstreisen zu Veranstaltungen nicht mehr genehmigt, deren Besuch er als Kernaufgabe seiner Tätigkeit ansieht: "Es gibt Branchentreffen, Festivals und Musikmessen, bei denen ich präsent sein muss, weil ich sonst keine Basis habe, ein Programm zusammenzustellen."

Einige, wie die Weltmusikmesse Womex in Kopenhagen, habe er dennoch besucht: "Ich wollte die Voraussetzungen dafür schaffen, im Falle der gesicherten Finanzierung überhaupt ein Festival organisieren zu können, das den Namen Traumzeit verdient. Jetzt brechen jedoch mit jeder Woche Künstler und Bands weg, die sich nicht länger hinhalten lassen."

Vom guten Namen und der Qualität des Festivals ist der Kulturde—zernent nach wie vor überzeugt: "Das ist ein sehr gutes Produkt, und wenn die Finanzierung steht, will ich auf jeden Fall mit Tim Isfort weitermachen, weil ich mit seiner Arbeit sehr zufrieden bin." Angesichts des Eindrucks, dass die Verantwortlichen seit dem Bekanntwerden des RWE-Ausstiegs hinsichtlich einer Rettungsstrategie und des grundsätzlichen Festivalkonzeptes nicht an einem Strang ziehen, spricht nicht viel dafür, dass es dazu kommen wird.

Dann heißt es für die Traumzeit: "Ausgeträumt!"

(RP)