Duisburg: Festival ist attraktiv, aber auch riskant

Duisburg: Festival ist attraktiv, aber auch riskant

Von Freitag bis Sonntag wird rund um den Dellplatz das erste "Platzhirsch"-Festival veranstaltet, bei dem rund 150 Musiker und Künstler unterschiedlicher Sparten gastieren, darunter Stoppok, Blixa Bargeld und Christian Brückner.

Quasi aus dem Nichts, so scheint es jedenfalls, startet am Freitag, 30. August, rund um den Dellplatz ein dreitägiges, spartenübergreifendes Festival, das es in dieser Form in Duisburg noch nicht gegeben hat. Veranstaltet wird es von einer achtköpfigen Kernmannschaft des Vereins "Traumzeitretter", die es sich zum Ziel gesetzt hat, mit einem Angebot der "großen Artenvielfalt" möglichst viele Menschen zu erreichen.

Blixa Bargeld ist das Zugpferd für Sonntagabend (ab 19.15 Uhr). Foto: privat

Neben einem breit aufgestellten und nischenfreundlichen Musikprogramm sind zahlreiche bildende Künstler mit Installationen, Aktionen, in den Galerien und draußen zu sehen. Auch der Literatur gebührt ein zentraler Platz. Höhepunkt ist in dieser Sparte eine Lesung von Christian Brückner am Samstag in der Zentralbibliothek (in Zusammenarbeit mit dem Verein für Literatur und Kunst). Beim Musikprogramm werden Blixa Bargeld ebenso wie Stoppok (beide im Grammatikoff-Saal) erwartet, Jacques Palminger lässt sich im "Goldengrün" von Streichern umspielen, The Dorf fahren mit 30 Musikern groß auf, und die musikalische Begegnung Myanmar meets Europe kehrt nach Duisburg zurück. Aber das sind nur einige Programmpunkte, die die einen als Höhepunkt bezeichnen würden, andere in die Rubrik "unter ferner liefen" einordnen – je nach Interessenslage. Es gibt ein kostenloses "Draußen-Programm". Das Zentrum bildet da der Dellplatz, auf dem eine Scherenbühne stehen wird, die sieben Meter in die Höhe gefahren werden kann. Dort wechseln sich die Akteure am Freitag ab 16 Uhr, am Samstag und Sonntag ab 14 Uhr bis jeweils 22 Uhr ab. Neben dieser Außenbühne gibt es insgesamt 21 (!) Platzhirsch-Veranstaltungsorte, in der Konzerte (von Pop bis Klassik), Kabarett und Comedy, Lesungen, Ausstellungen, (Kinder-)Theater und Performances oder Partys stattfinden. Die meisten Locations findet man rund um den Dellplatz, so dass das Festival wie der große Partner der traditionellen Duisburg-Delluxe-Samstage wirkt. Intimere Veranstaltungen findet man auch an Orten, die so mancher noch als Geheimtipp empfinden wird, wie beispielsweise das Friseur-Café "Glück" an der Obermauerstraße 39.

Während man das Programm auf dem Dellplatz kostenlos erleben kann, einschließlich des "Dorf"-Konzerts am Sonntag, 18 Uhr, muss man für alle Saal-Veranstaltungen bezahlen. Allerdings sehr wenig: Wie bei Duisburg-Delluxe kann man mit einem Eintrittsbändchen alle Indoor-Veranstaltungen besuchen. Das Bändchen kostet für Freitag zehn Euro im Vorverkauf, am Samstag und Sonntag jeweils zwölf Euro. Das Ticket für alle Veranstaltungstage kostet 25 Euro im Vorverkauf. An der Abendkasse ist es etwas teurer. Mehr als 150 Aktive sind an dem Programm beteiligt, vieles läuft parallel, so dass es immer Ausweichmöglichkeiten gibt, wenn ein Saal überfüllt sein sollte.

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Im Übrigen ist Überfüllung ein Thema, das noch kein Problem ist, denn bislang sind erst rund 200 Tickets verkauft worden. Damit das erste Platzhirsch-Festival kein Fiasko wird, müssen noch viel mehr Festival-Tickets verkauft werden. Wo es sie neben dem Grammatikoff (Dellplatz 16) noch gibt, erfährt man in den Programmbroschüren, die heute fertiggestellt sein sollten und nun in den entsprechenden Veranstaltungsorten ausliegen.

Inzwischen ist auch der Internet-Auftritt auf den neuesten Stand gebracht worden: www.platzhirsch-duisburg.de

(RP)
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