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Duisburg: Fest für bedrohte Tierart

Duisburg : Fest für bedrohte Tierart

Seit gut zwei Wochen bewohnen die Brillenbären ihr neues Domizil im Duisburger Zoo. Jetzt wurde ein "BÄRfestes" Wochenende am Kaiserberg gefeiert. Kleine Besucher gingen mit ihren Lieblingen zum Teddybärdoktor.

Von den Baumstämmen im Gehege aus beobachten die Brillenbären Pablo und Huanca das muntere Treiben unbesorgt, bevor sie sich in die bequeme Hängematte in luftiger Höhe purzeln lassen. Fasziniert begutachteten Gäste des Duisburger Zoos trotz mäßig gutem Wetter die neuen Bewohner des Duisburger Zoos, denen ein "BÄRfestes" Wochenende gewidmet war.

Blick mit Televerstärkung auf einen Brillenbären. Foto: hohl (archiv)

Beispiel für moderne Zoohaltung

Seit gut zwei Wochen bewohnen die beiden Brillenbären ihr neues Domizil. "Das ist moderne Zoohaltung", sagt Volker Grün, Kurator des Duisburger Zoos, der sich darüber freut, zum ersten Mal Brillenbären in Duisburg beobachten zu dürfen. "Den Tieren kann hier eine artgerechte Behandlung geboten werden." Auf 1300 Quadratmetern, bestückt mit einer Vielzahl an Spielmöglichkeiten, haben die Bären sicherlich ausreichend Platz. Brillenbären bevorzugen das einzelgängerische Leben. "Nur in der Paarungszeit sind sie gesellig", erläutert Grün.

Und mit viel Glück könnte es schon bald Nachwuchs geben: Die Paarung erfolgt nämlich in den Monaten von April bis Juni. Doch vorerst müssen sich die Bären einleben und aneinander gewöhnen. Schließlich leben sie auch erst seit zwei Wochen zusammen.

Der 14-jährige Pablo kommt aus Aschersleben und die vier Jahre alte Dame Huanco verbrachte ihr bisheriges Leben im Züricher Zoo. Während das Bärenduo trotz Nachtaktivität durchs Gehege umherstreifte, suchten Zoobesucher weitere Attraktionen auf. Nachdem man den Schaufütterungen einen Besuch abstattete und viele Informationen über verschiedene Bärenarten erhielt, konnten Kinder voll und ganz auf ihre Kosten kommen.

Vom Aussterben bedroht

Unmittelbar in der Nähe des Freilandgeheges befand sich ein Pavillon, wo der Teddybärendoktor bereits seine "Tierpraxis" eröffnete. "Kinder können ihre Kuscheltiere mitbringen und von mir untersuchen beziehungsweise heilen lassen", sagt die Teddybärendokotorin Anja Tiedtke, die gerade eine Pause vom Ansturm genießt. Nur kurze Zeit später spaziert die fünfjährige Lisa Marie gemeinsam mit ihren Eltern und den kuscheligen Teddybären Bruno in Richtung der "Tierpraxis". Und Bruno hat eine Untersuchung endlich mal wieder nötig, berichtet Lisa-Marie: "Schon seit Wochen tut sein Knie weh." Außerdem hatten die Kleinen noch die Möglichkeit, an der Bären-Rallye teilzunehmen. Verschiedene Spiele rund um den haarigen Vierbeiner luden zum Spaßhaben und zum Gewinnen ein. Als kleines Andenken konnten sich Kinder einen Button mit Bärenausdruck anfertigen lassen.

So unbekümmert wie im Duisburger Zoo leben Brillenbären in freier Wildbahn nicht. "Die in Südamerika beheimateten Tiere sind vom Aussterben bedroht", berichtet Zoodirektor Achim Winkler. Im Duisburger Zoo fühle man sich mitverantwortlich für das Bestehen der vom Aussterben bedrohten Arten.

(RP)