Feinstaub: Dritte Tuchfilteranlage bei Thyssenkrupp in Duisburg

Umweltschutz : Wie TKSE den Feinstaub verringern will

100 Millionen Euro hat Thyssenkrupp Steel in Duisburg nach eigenem Bekunden für die Feinstaubreduzierung investiert. Inzwischen nimmt die dritte Tuchfilteranlage in der Stahlproduktion Gestalt an.

(RP) Hitzerekorde, Greta-Effekt, CO2-Steuer – der Klimawandel beherrscht die Schlagzeilen und stellt andere Umweltthemen in den Schatten. Neben CO2 sind aber auch andere Stoffe ein wichtiges Thema beim Umweltschutz. Dazu gehört etwa Feinstaub, der unter anderem an Sinteranlagen in der Stahlproduktion entsteht. Deswegen habe thyssenkrupp Steel am Standort Duisburg insgesamt rund 100 Millionen Euro in ein Tuchfilterprojekt investiert, um die Abluft der Sinteranlage zu reinigen, teilte das Unernehmen jetzt mit. Im Frühjahr 2020 soll die letzte von drei Tuchfilteranlagen in den Betrieb gehen. Beim Bau dieser Anlage sei nun ein weiterer Teil des Filters in Position gebracht worden: mit einem Gewicht von 17 Tonnen keine leichte Aufgabe, für die zwei große 80- und 220-Tonnen Krane bereitstanden.

Beim „Sintern“ werden Eisenerze mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk vermischt, auf rund 1200 Grad erhitzt und zusammengebacken. Um den Koks zu verbrennen, wird mit großen Gebläsen Luft durch die Mischung gesaugt. Dabei sei Staubbildung unvermeidlich, so Thyssen. Den größten Teil dieses Staubs fangen üblicherweise Elektrofilter ein.

Die Sinteranlage im Duisburger Norden besteht aus drei Bändern. Ein Tuchfilter für das kleinste Band sei bereits seit 2011 in Betrieb, 2017 sei die Filteranlage am größten der drei Bänder in Betrieb genommen worden. Jetzt folge Band Nummer drei. „Die Tuchfilteranlage am Standort Duisburg ist eine der weltweit größten und effektivsten Anlagen dieser Art“, sagte Projektleiter Tibor Hänsel. „In wenigen Monaten endet dann sehr erfolgreich eines unserer größten Projekte für saubere Luft.“

„Die Investitionen zahlen sich aus, denn die Tuchfilteranlagen bedeuten einen großen Schritt bei der Verbesserung der Luftqualität“, sagte Andreas Theuer, Leiter des Bereichs Umwelt- und Klimaschutz bei thyssenkrupp Steel. Die Grenzwerte für Feinstaub würden damit übererfüllt. „Wir reinigen die Luft zu 99,9 Prozent von Feinstaub“, so Theuer. Diese deutliche Verbesserung der Luftqualität in der unmittelbaren Nachbarschaft sei zugleich ein wichtiger Beitrag für die Umwelt im Ruhrgebiet und ein klares Bekenntnis zum Standort Duisburg.

Mit diesem weltweit größten Gewebefilter für den Sinterprozess sei bereits 2017 für die Luftqualität in Duisburg ein Meilenstein gesetzt worden, so Thyssen. Durch über 44.000 extrem feine Filterschläuche werden in der modernen Anlage auch kleinste Staubpartikel aufgefangen. Ob Basis-Werkstoff oder Hightech-Stahl: Sinter werde bei der Herstellung aller Stahlprodukte verwendet. Aus Eisenerz und Koks wird er mit 1200 Grad heißer Saugluft erhitzt. Hierbei entsteht Staub, der mit herkömmlichen Elektrofiltern bereits überwiegend gebunden werden kann.

(RP)
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