Duisburg: Farben aus Wanheimerort

Duisburg : Farben aus Wanheimerort

Ab heute ist im Museum DKM ein Raum zu besichtigen, der vier großformatige Werke des international bekannten Künstlers Ulrich Erben beherbergt. Die vier Gemälde entstanden allesamt in den 90er Jahren in Duisburg.

Es gibt nicht viele Menschen in Duisburg, die bislang wussten, dass der international bekannte Künstler Ulrich Erben von 1987 bis 1992 in der alten Schule Eschenstraße in Wanheimerort ein Atelier besaß. Der ehemalige Kulturdezernent Dr. Konrad Schilling gehört zu dem kleinen Kreis der Wissenden, er hat nämlich vor 24 Jahren dem berühmten Düsseldorfer Farbenmeister zu dem Wanheimerorter Atelier geholfen. Damals suchte Erben, der sein Stammatelier in Düsseldorf-Lohausen besaß, händeringend nach einem Raum, in dem er großformatige Gemälde malen konnte. Die alte Schule an der Eschenstraße, in der auch Rockgruppen probten, bot Erben ideale Möglichkeiten. Das ist der Hintergrund der Ausstellung "Farben der Erinnerung (Wanheimer Ort)", die Getrenntschreibung des Stadtteils ist beabsichtigt. Ab heute kann die Schau, die zugleich die Neueinrichtung eines Museumsraums ist, im privaten Museum DKM besichtigt werden.

Ulrich Erben, der nach wie vor in Düsseldorf seinen Hauptwohnsitz hat, kam gestern mit sichtlicher Freude zur Pressepräsentation seines schönen Raums. Er erinnere sich gerne an seine Wanheimerorter Arbeitsstätte, die er vom übrigen Kunstbetrieb bewusst fernhielt. Dort habe es kein Telefon, kein Fax und keine öffentlichen Atelierbesuche gegeben. In dem alten Schulgebäude seinen wohl Hunderte Werke entstanden, von denen viele heute in Museen hängen. Beispielsweise die großen Farbflächenarbeiten, die heute im Museum Kurhaus in Kleve dauerhaft präsentiert werden. Oder bis vor kurzem ein 1,93 mal 2,70 Meter großes Gemälde im Landesmuseum Wiesbaden. Genau jene Arbeit befindet sich nun im Museum DKM, wo es die vierte Wand ausfüllt und somit den Wanheimerorter Zyklus komplettiert. Bislang ist dieses Gemälde noch eine Leihgabe, die Sammler Klaus Maas und Dirk Krämer haben jedoch vor, dieses Werk genau wie bereits die drei anderen ihrer großen Erben-Sammlung hinzuzufügen.

Natürlich kann man es den abstrakten Farbflächenarbeiten nicht direkt ansehen, dass sie in Wanheimerort entstanden sind. Aber für Ulrich Erben ist das Mit- und Gegeneinander der Farben symptomatisch für den Stadtteil. Der wirke zunächst zwar eher grau-eintönig, aber wenn Farben auftauchen, dann wirkten diese umso stärker, meinte Erben gestern. Duisburg sei in seinen Augen eine Art Gegenstadt zu Düsseldorf, das nur "oberflächlich fein" sei. Wenn er seine Wanheimerorter Gemälde heute betrachte, dann könne er die Atmosphäre, die ihn damals beim Arbeiten an der Eschenstraße stimuliert habe, wieder heraufbeschwören. Die rötliche Grundierung erinnere ihn konkret an die damalige Kupferhütte. Und die Kontrastfarben an das bunte Leben im Stadtteil.

(RP)