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Prozess in Duisburg: Fall mit Rottweiler "Pascha" vor Gericht vertagt

Prozess in Duisburg : Fall mit Rottweiler "Pascha" vor Gericht vertagt

Schwerste Verletzungen erlitt im Sommer ein zweijähriges Mädchen, als es am Duisburger Rheinufer von einem Rottweiler angegriffen wurde. Nun wird der Prozess vertagt.

20 Operationen hat das heute dreijährige Mädchen bislang gebraucht und ein Behandlungsende sei nicht in Sicht, erklärte Rechtsanwalt Axel Koch anstelle der Eltern am Montag. Vor dem Duisburger Amtsgericht wurde der Fall des bissigen Rottweilers Pascha verhandelt, der am 6. Juli zwei Kleinkinder und einen Erwachsenen angegriffen hatte. Pascha hatte das kleine Mädchen halb skalpiert und ins Bein gebissen. Vor knapp drei Wochen wurde der Hund eingeschläfert.

Nun sind die Halterin Agnicszka G. (30) und ihre damalige Mitbewohnerin Viktoria K. (21) wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Denn die Halterin hätte ihre Bekannte niemals ohne Leine und Maulkorb den Rottweiler ausführen lassen dürfen. Und das wusste sie auch, wie sie gestern vor Gericht zugab. Beide Angeklagten bestritten nicht, dass es sich so zugetragen hatte, wie es in der Anklageschrift steht. Über ihre Anwälte entschuldigten sich bei den anwesenden Eltern des kleinen Mädchens. Agnicszka G. schluchzte lauthals, als ihr Anwalt Lars-Jürgen Weidemann ihre Entschuldigung vortrug.

Vor Gericht wurde darüber gestritten, ob bei der Hundehalterin Agnicszka G. von Vorsatz auszugehen ist. Wenn Vorsatz vorliegt, wird aus der Straftat ein Verbrechen. Die Richterin sah die Möglichkeit einer Verurteilung wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung und verwies den Fall deswegen an das Schöffengericht.

Erfolg hatte der Vertreter der Eltern, der mit Hilfe von drei Zeugen belegen konnte, dass Pascha schon vor dem 6. Juli kleine Kinder angegriffen hatte. Den Kindern war nichts passiert. Deren Eltern hatten sich Ende Oktober bei dem Duisburger Anwalt gemeldet. Wann weiterverhandelt werden kann, war gestern noch unklar.