Duisburg: Falafel deluxe wie bei der Oma

Duisburg : Falafel deluxe wie bei der Oma

Weil Muhamed Khalil die besten Kirchenerbsen-Klopse eben selbst macht, eröffnete er einen Imbiss. Die Speisekarte ist komplett vegan.

Auf der Speisekarte von Muhamed Khalil steht Falafel in allen Variationen: "Spezial" mit Hummus, Salat und Sesamsauce oder "Deluxe", zusätzlich mit Blumenkohl, Auberginen und Kartoffeln. Eingerollt im Brot oder als Teller mit Salat und anderen Pasten. Eigentlich arbeitet der 40-Jährige als Zerspanungsmechaniker. Seine Eltern stammen aus Jordanien, leben nun wieder dort. Khalil wurde in Duisburg geboren, war in den Ferien oft bei der Oma zu Besuch und saß dann bei ihr in der Küche. "Ich habe ihr nicht nur beim Falafelmachen zugeschaut, sondern auch geholfen." Falafel, die Bällchen aus Kichererbsen, sind eigentlich ein Alltagsessen, dass manchmal sogar schon zum Frühstück aufgetischt wird. "Da war immer eine Party bei uns, wenn die wieder gemacht wurden", erinnert sich Khalil. Nur in Deutschland fand er den authentischen Geschmack nirgendwo. "Die sind woanders immer viel zu laff." Also entschied er sich, nebenberuflich noch einen Imbiss zur eröffnen und ihn treffenderweise "1001 Falafel" zu nennen.

Muhamed Khalil hat ein Anliegen: Er will den Duisburgern zu leckeren Falafeln verhelfen. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

"Wir machen alles selbst", sagt der Neu-Gründer und zählt auf: "Baba Ghanoush. Das ist Olivencreme. Oder hier das Oliven-Walnuss-Pesto. Oder Foul - Saubohnen mit Knoblauch." Alle Spezialitäten sind vegan. Seine Frau hat das Angebot bereits bei Facebook gepostet, seitdem kommen immer wieder Veganer aus allen Teilen der Stadt zu ihm. Die meisten kennen sich gut aus. Die Kichererbsen-Klopse sind in der Struktur etwas gröber als andere. "Ich mache sie halb und halb, so haben sie noch am meisten Geschmack." So hat es die Großmutter immer gemacht. In den Teig kommen ordentlich Gewürze. Der Salat wird mit Sesampaste mariniert, auch das bringt mehr Intensität auf das Fladenbrot. Die Zutaten und Gewürze bekommt er in libanesischen Fachgeschäften.

Zwischendurch kommen Kunden in den Imbiss. Thomas Kremers spricht den Inhaber auf Arabisch an. Der runzelt die Stirn. "Das ist Hoch-Arabisch, da muss ich mich erst einmal umstellen", sagt er entschuldigend.

Dann steigt er ins Gespräch mit ein. Kremers hat zwei Jahre in Israel gelebt, deshalb kann er Hebräisch und Arabisch. "In Israel habe ich mich von Hummus und Falafel oder Falafel und Hummus ernährt." Er ist gewissermaßen Experte. Kremers wählt die Variante mit Kartoffeln und dazu einen Tee. Alternativ gibt es auch Guaven-Saft. Der ist recht süß und schmeckt ähnlich wie Maracuja. "Der wird in Jordanien oft getrunken", erklärt Muhamed Khalil. Er glaubt, dass die Kunden langsam auf den Geschmack kommen und sich dann seine Falafel-Variante schmecken lassen. Zu Hause bereitet er die Bällchen inzwischen nur noch selten zu.

Thomas Kremers jedenfalls ist überzeugt. Wenn er in der Nähe ist, will er wiederkommen.

(RP)
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