1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Fachkräftemangel holt die Diakonie ein

Duisburg : Fachkräftemangel holt die Diakonie ein

Dem Duisburger Diakoniewerk fehlt es im Bereich der Sozialarbeit, der Verwaltung und des Handwerks an qualifiziertem Personal. Dabei wächst der Wohlfahrtsträger und schafft ständig neue Stellen.

Das Diakoniewerk Duisburg ist im Umbruch. Im Vorfeld des Wechsels an der Geschäftsspitze im vergangenen Dezember gab es für die Verantwortlichen jede Menge zu tun. Und auch für 2019 stehen interessante Projekte an. Dabei gibt es nur ein Problem: Der Fachkräftemangel hat auch die Diakonie erreicht. Neu geschaffene Stellen zu besetzen fällt dem Wohlfahrtsträger zunehmend schwerer.

Duisburg: Fachkräftemangel holt die Diakonie ein
Foto: Andreas Köhring

"Wir stellen fest, dass es immer komplizierter wird, qualifiziertes Personal für unser Unternehmen zu gewinnen", sagte Michael Richard-Sommer, Fachbereichsleiter Arbeit und Ausbildung, bei der Vorstellung des Diakonie-Jahresberichts am Mittwoch. Probleme gebe es zum Beispiel im Bereich der Sozialarbeit. "Aber auch im Handwerk und in der Verwaltung wird die Personalsuche eine immer größere Herausforderung."

Duisburg: Fachkräftemangel holt die Diakonie ein
Foto: diakoniewerk

An Stellen mangelt es nicht: Beinahe 500 Mitarbeiter waren 2017 beim Diakoniewerk beschäftigt. Dazu kamen etwa 540 Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote. "Gerade in diesem Bereich haben wir noch nicht alle Kapazitäten ausgeschöpft", sagte Richard-Sommer. "Das Problem ist, dass wir als Arbeitgeber noch nicht so bekannt sind. Die Leute verbinden die Diakonie immer nur mit vielen netten Leuten, die anderen helfen. Dass wir hier aber auch richtig gute Arbeitsplätze und Weiterbildungsangebote anbieten, hat sich noch nicht so herumgesprochen."

  • Duisburg : Diakoniewerk Duisburg jetzt mit einer Doppelspitze
  • 2019 fand die Kirmes zum vorerst
    Größte Kirmes am Niederrhein : Veranstalter sagen Beecker Kirmes für 2022 endgültig ab
  • Einer der drei Angeklagten beim Prozessbeginn
    Prozess in Düsseldorf : Bundesanwaltschaft fordert Haftstrafen gegen Rechtsextremisten der „Goyim-Partei“

Ein Beispiel dafür, was das Wohlfahrtsunternehmen in Duisburg im Bereich Arbeit leistet, liefert Mirco Siep. Der 39-Jährige lässt sich bei der Diakonie derzeit zum Möbelpacker umschulen. "Ich kann die Ausbildung hier nur jedem ans Herz legen", sagte er. "Die Betreuung ist super, man wird seinen Begabungen entsprechend gefördert und ernst genommen." Sieht man von der Fachkräfteproblematik ab, läuft beim Diakoniewerk derzeit alles in geordneten Bahnen. "Rund 6000 Duisburger haben 2017 eines unserer Angebote in Anspruch genommen", zitierte Udo Horwat, Geschäftsführer der Duisburger Diakonie, aus dem Jahresbericht. "Damit haben wir uns auf dem Niveau der Vorjahre bewegt." Neben dem Wechsel an der Geschäftsspitze (im Dezember war der langjährige Geschäftsführer des Diakoniewerkes Sieghard Schilling in den Ruhestand gegangen) seien vor allem die Gründung des hauseigenen Malereibetriebs Inwerk, der Aufbau einer neuen Jugendhilfeeinrichtung in Kempen sowie der Erwerb einer Immobilie in der Innenstadt die wichtigsten Neuerungen gewesen.

"In dem Innenstadt-Haus haben wir mit dem You@tel und pro kids zwei unserer Jugendhilfeeinrichtungen unter einem Dach untergebracht", erläuterte Horwart. "Wir sind sehr froh, dass uns dieser Schritt gelungen ist, und hoffen, dass wir dort personelle und inhaltliche Synergien erzeugen können." Auch für das Jahr 2018 konnte das Diakoniewerk bereits erste Erfolgsgeschichten verkünden.

"Wir planen ab diesem Jahr den Ausbau unseres Standortes in Neuenkamp", sagte Udo Horwat. Am dortigen Hauptsitz soll unter anderem eine Werkhalle für den Landschafts- und Gartenbaubereich des Wohlfahrtsverbandes entstehen. Außerdem seien bereits jetzt Verträge für ein neues Sozialkaufhaus in Voerde unterzeichnet worden. "Sie sehen, wir schaffen ständig die Voraussetzungen für weitere Beschäftigung", sagte der Geschäftsführer. "Jetzt fehlt uns eigentlich nur noch das passende Personal. Aber da bin ich zuversichtlich."

(th)