Duisburg: Extraschicht "in Strömen"

Duisburg : Extraschicht "in Strömen"

An der Nacht der Industriekultur, die am 30. Juni zum 18. Mal veranstaltet wird, nehmen aus Duisburg Thyssen, das Schifffahrtsmuseum, der Innenhafen und der Landschaftspark Duisburg-Nord teil. Es gibt zwei Feuerwerke.

Mit einer verschmitzt gestellten Frage brachte Bernhard Weber, Leiter des Duisburger Schifffahrtsmuseums, die große Runde gestern beim Pressegespräch zur kommenden "Extraschicht" in Verlegenheit: "Wann bekommt ein Fluss die Bezeichnung ,Strom'?"

Nur einer wusste die Antwort, übrigens nur deshalb, weil er sie mal früher von Weber gehört hatte: Ein mindestens 200 Kilometer langer Fluss, der im Meer mündet, heißt ,Strom'. Und das sind in Deutschland: Rhein, Elbe, Donau, Oder, Weser und Ems. Bei der Extraschicht am Samstag, 30. Juni, werden im Museum der Binnenschifffahrt kulinarische Spezialitäten aus den deutschen Stromgebieten serviert. Das Museumsschiff "Goede Verwachting" wird zur Feier des Abends und der Nacht dank einer Sound- und Licht-Installation von Heinz Robert Martin und Tim Ehm zum "Fliegenden Holländer" - frei nach der Wagner-Oper. Im Museumsrestaurant Schiffchen (für das übrigens immer noch ein Pächter gesucht wird) tritt Cornelius Lehmann mit Klavier und Gesang auf. Im Hauptberuf ist Dr. Lehmann übrigens wissenschaftlicher Volontär im Schifffahrtsmuseum.

Ein weiterer Spielort der Duisburger Extraschicht ist wie in den vergangenen Jahren der Landschaftspark Duisburg-Nord. Diesmal sind zwei eigens für den Park entwickelte Produktionen geplant, die in der Kraftzentrale und der Gebläsehalle aufgeführt werden und die Vergangenheit dieser spezifischen Arbeitsorte aufarbeiteten. Die raumgreifende Installation "Sinfonie für Zyklonauten" (18 Uhr bis 2 Uhr) wartet in der Kraftzentrale mit faktischen Rückblicken und visionären Ideen auf. Es gastiert das aus dem Ruhrgebiet stammende Künstlerkollektiv "pluspolstadt". In der Gebläsehalle stellt die Musik-Tanz-Performance "Codex Atlanticus" (19 Uhr/ 20:30 Uhr/ 22:30 Uhr/ 0:00 Uhr) Skizzen, Studien und Zeichnungen aus der Sammlung von Leonardo da Vinci in den direkten Bezug zu der Geschichte und Funktion dieser Industriestätte. Es wirken dabei Musiker und Tänzer aus der freien Szene, Mitglieder der Duisburger Philharmoniker sowie Studenten des Studiengangs Digital Media der Hochschule Rhein-Waal mit.

In den ehemaligen Erzbunkern erinnert das Tanzprojekt "Waschtag" (18:15 Uhr/ 19:45 Uhr/ 21:15 Uhr/ 0:00 Uhr) an die oft schmutzige Arbeit auf der Hütte. Vor dem einstigen Hauptschalthaus gießen ehemalige Hüttenwerker Medaillen und berichten an ausgewählten Standorten als "Talking Heads" (18:30 Uhr bis 22 Uhr) von der Betriebszeit. Fest zum Konzept gehört die Live-Musik. Auf dem Hochofen-Karré und dem Vorplatz der Gießhalle 1 erschallen die Sounds niederländischer und Duisburger Bands. Als ehemalige "Stimme der Wedau" begleitet Bülent Aksen das Programm als Moderator. Eine für den Abend aufgebaute Food-Meile offeriert internationale Speisen. Ein Höhepunkt ist das Feuerwerk um 23.15 Uhr, das übrigens live im WDR-Fernsehen übertragen wird.

Am Innenhafen werden laufend Führungen zur Stadt- und Hafengeschichte angeboten. Auf vier Bühnen wird musiziert, auf den Freiflächen und am Wegesrand zeigen Akrobaten ihr Können. Das Kultur- und Stadthistorische Museum ist bis nachts geöffnet. Attraktiv ist gewiss auch ein Schiffs-Shuttle vom Innenhafen zum Schifffahrtsmuseum, dessen Nutzung im Extraschicht-Ticket enthalten ist. Auch am Innenhafen wird es ein Höhenfeuerwerk geben, hier aber erst um Punkt Mitternacht.

Exklusiv zur Extra-Schicht gewährt auch die Stahlsparte von thyssenkrupp Einblicke in ihr Duisburger Werksgelände. Vom Thyssen-Bildungszentrum an der Franz-Lenze-Straße starten zwischen 18 und 1 Uhr früh im Halbstundentakt Busse zu Fahrten über das Firmenareal, das fast fünfmal so groß ist wie Monaco. Die möglichen Wartezeiten am Bus verkürzen Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und eine Marching-Band.

Das Extraschicht-Ticket, mit dem man alle Veranstaltungsorte besuchen kann und das freie Fahrt mit Bus und Bahn bietet, kostet im Vorverkauf 17 Euro, ermäßigt 14 Euro und in Verbindung mit der Ruhr.Topcard 8.50 Euro. Am Veranstaltungstag kostet es 20 Euro. Das Ticket gibt es an allen Spielorten, in der Tourismusinformation, an den ADAC-Geschäftsstellen im DB-Reisezentrum und anderswo.

(pk)
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