A59 in Duisburg: Experten fürchten Blindgänger auf Baustelle

A59 in Duisburg: Experten fürchten Blindgänger auf Baustelle

Seit fast zwei Wochen laufen die Sanierungsarbeiten an der A59 auf Hochtouren. Ein Großteil der "Abbrucharbeiten" ist bereits erledigt, bald kann der neue Fahrbahnbelag aufgetragen werden. Bislang läuft alles nach Plan - doch es gibt ein paar Unbekannte in der Rechnung: mögliche Blindgänger am Fahrbahnrand.

Marc Bertling von StraßenNRW. steht inmitten der Bauarbeiten oben auf der Berliner Brücke. Unter seinen Füßen schlängelt sich die Ruhr durch die Wiesen, rechts ist der Duisburger Innenhafen zu sehen. Die Brücke unter ihm schwingt leicht hin und her. "Das ist ein Grund für die Vollsperrung", so Bertling. "Selbst wenn kein Verkehr auf der Brücke fährt, schwingt sie um mehr als 10 Zentimeter hin und her. Würden hier Autos fahren, würde sich dieser Effekt verstärken - und die Bauarbeiten würden unmöglich", erklärt er.

Bertling ist einer von vier Mitarbeitern von StraßenNRW, die die Bauarbeiten oben auf dem Berliner Brückenzug überwachen. Eine zweite Truppe kümmert sich um die Arbeiten, die zeitgleich von unten an den Brücken vorgenommen werden. "Wir bemühen uns, möglichst viel in einem Abwasch zu erledigen", sagt Bertling. "Auf diese Weise werden die Autofahrer so wenig wie möglich belastet."

Über 1,8 Kilometer Baustelle

Die aktuellen Bauarbeiten an der A59 sind dementsprechend sehr umfangreich. Sieben Brücken des Berliner Brückenzuges, der insgesamt 17 Brücken umfasst, werden saniert. Die meisten von ihnen stammen aus den 60er oder 70er Jahren. Ihr Verschleiß hat die Sanierung notwendig gemacht. Über 1,8 Kilometer zieht sich die eingerichtete Baustelle auf den Fahrstreifen in Richtung Düsseldorf hin. Die Spuren werden voraussichtlich noch bis zum 13. Juli voll gesperrt bleiben. Ab dem 19. Juli beginnen dann die Arbeiten auf den Fahrbahnen in Richtung Dinslaken.

Am Dienstagmittag laufen auf und unter der Brücke die "Abbrucharbeiten", wie Bertling erklärt: Der alte, marode Fahrbahnbelag wird abgetragen, auch verrostete Schutzplanken und Schutzwände werden an ihrem Sockel abgeschnitten. Dort werden später die neuen Schutzwände angeschweißt. Außerdem müssen viele der Schnittstellen, an denen die Fahrbahn in die Brücke übergeht, erneuert werden. An diesen Stellen wird die Fahrbahn durch Verschleiß besonders schnell uneben, wodurch es zu Unfällen kommen kann.

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Gearbeitet wird von 6 bis 22 Uhr - sieben Tage die Woche

Besonders aufwändig sind die Abbrucharbeiten bei den drei der sieben zu sanierenden Brücken, die aus Stahl gebaut sind: Hier wird zunächst der Asphalt abgefräst. Danach muss die Verbindungsschicht, die zwischen dem Asphalt und dem Stahlgerüst der Brücke liegt, grob entfernt werden. In einem dritten Schritt werden die letzten feinen Reste der Verbindungsschicht mit einem Hochdruck-Wasserstrahl weggespült. Ist dies geschehen, müssen sich die Arbeiter beeilen, die neue Verbindungsschicht aufzutragen: Der Stahl ist sehr empfindlich und rostet schnell.

"Wir arbeiten hier von 6 bis 22 Uhr - an sieben Tagen in der Woche", erklärt Bertling. 6 bis 22 Uhr - das ist genau die Zeit, in der es zu dieser Jahreszeit schon Tageslicht gibt. Bei künstlichem Licht können die Bauarbeiter nicht gut arbeiten, denn es wirft Schatten, die die Sicht stören. Etwa 100 Mann sind auf der A59-Baustelle im Einsatz, unterschiedliche Unternehmen kümmern sich um die anfallenden Arbeiten.

Zeitplan könnte noch gestört werden

Bertling zeigt sich zufrieden damit, wie es auf der Baustelle vorangeht. Allerdings gibt es noch ein paar Unbekannte, die buchstäblich vom Rande der Baustelle aus für Verzögerungen sorgen könnten: Links am Fahrbahnrand ragt ein gelb bemalter Stab aus dem Gestrüpp. "Die Markierung zeigt an, dass hier der Verdacht besteht, dass sich unter der Erde ein Blindgänger befindet", so Bertling. Wenn sich der Verdacht bestätigt, müsste die Baustelle für die Zeit der Entschärfung evakuiert werden. "Es könnte aber ebenso gut sein, dass es sich nur um einen stark metallhaltigen Stein handelt", sagt Bertling weiter. Der Kampfmittelräumdienst werde das in den nächsten Tagen untersuchen. Bereits bei den Vorbereitungen für die Baustelle hatten Bauarbeiter Ende März eine Bombe entdeckt, die jedoch schnell entschärft werden konnte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Bauarbeiten an der A59

(lsa)