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Möglicher Bombenfund in Duisburg: Evakuierungsplan für Huckingen

Möglicher Bombenfund in Duisburg : Evakuierungsplan für Huckingen

Rund 200 Patienten des Malteser-Krankenhauses und bis zu 2000 Bewohner müssten evakuiert werden, wenn morgen tatsächlich eine Bombe entschärft werden muss. Auch die nahe A 59 wäre betroffen und würde gesperrt.

Der Zeitplan ist eng, die logistische Herausforderung gewaltig: Bis zu 2000 Menschen könnten morgen von der Evakuierung betroffen sein, wenn unweit des Malteser-Krankenhauses in Huckingen tatsächlich eine Bombe gefunden wird.

Wie bereits in der Rheinischen Post berichtet, war der Fremdkörper bei einer routinemäßigen Überprüfung des Baugrundstückes entdeckt worden. Eine erste Probebohrung hat den Anfangsverdacht erhärtet. Morgen früh rückt der Kampfmittelräumdienst an und wird sich gut zweieinhalb Meter zur vermeintlichen Bombe vorbuddeln. Gegen 9 Uhr wird es Gewissheit geben.

"Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Bombe handelt, und sind entsprechend vorbereitet", sagt Udo Lavendel, Geschäftsführer des Krankenhaus-Betreibers St. Anna GmbH. In Abstimmung mit der Duisburger Feuerwehr, dem Ordnungsamt und dem Kampfmittelräumdienst hat ein Krisenstab des Krankenhauses die Planung der Evakuierung übernommen. Im Vorfeld wurde die Bettenbelegung bereits reduziert, ab Mittwochmorgen ruht zudem die Notfallaufnahme und der OP-Betrieb.

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Dennoch müssten im Alarmierungsfall gut 200 Patienten verlegt werden, etwa 100 Rettungskräfte sollen dann in Huckingen zusammengezogen werden. Eine besondere Herausforderung ist die Betreuung der Bewohner des nahen Hospiz sowie der Intensiv-Patienten. Sie können nicht in andere Kliniken transportiert werden und sollen in einem sicheren Teil des Krankenhauses versorgt werden.

Hinzu kommen noch einmal rund 200 Anwohner, die bei einer Zehn-Zentner-Bombe evakuiert werden müssten. "Unsere Mitarbeiter werden von Haustür zu Haustür gehen, um das Gebiet zu räumen", sagt Rainer Krambröckers vom Duisburger Ordnungsamt. Im Berthold-Brecht-Berufskolleg wird eine Sammelstelle eingerichtet.

Vier bis fünf Stunden nach der Alarmierung sollen Krankenhaus, Seniorenzentrum, Hospiz und Wohnviertel geräumt sein. Auch die nahe A 59 wäre betroffen und müsste ab etwa 13 Uhr gesperrt werden. Die Entwarnung soll gegen 14 Uhr erfolgen.

Derweil mahnt die Krankenhaus-Führung bei der Stadt einen weitsichtigen Umgang mit den vorliegenden Daten zu Bombenabwürfen der alliierten Kampfflieger: "Ich gehe davon aus, dass dies der letzte Fund auf umliegenden Brachflächen ist. Schließlich trifft uns so eine Evakuierung auch finanziell sehr empfindlich und ist mit einer hohen Belastung für die Patienten verbunden. Wenn das Material vorliegt, erwarte ich, dass das Gebiet gründlich gescannt wird", sagt Udo Lavendel. Auf rund 300 000 Euro bis 400 000 Euro beziffert der Geschäftsführer den Verdienstausfall. Einen Versicherungsschutz für diesen Fall gebe es nicht, sagt Christian Utler, der zweite Geschäftsführer des Betreibers: "Geld gibt es nur, wenn die Bombe hochgeht."

(RP/rl)