Europawahl 2019 in Duisburg: CDU sieht beim Klimathema keine Fehler

Stimmen zur Europawahl in Duisburg : „Das Klimathema war einfach prägnant“

Am Thema Klimaschutz kam bei der Europawahl 2019 in Duisburg niemand vorbei. Die CDU sieht bei sich in dieser Hinsicht keine Fehler.

Martin Murrack, Stadtdirektor und stellvertretender Wahlleiter, war am Morgen noch beim „Big City Trail“ in der Innenstadt mitgelaufen. Anschließend besuchte er noch einige Wahllokale und die Stabsstelle Wahlen in Homberg. Er zog am frühen Abend ein Fazit: „Ich bin zufrieden. Die Wahl ist reibungslos gelaufen und wir hatten eine höhere Wahlbeteiligung als 2014. Da vor fünf Jahren aber auch noch Kommunalwahlen waren, hinkt der Vergleich ohnehin. Umso höher ist die jetzige Beteiligung zu bewerten.“ Als Sozialdemokrat konnte er mit dem Wahlergebnis aber natürlich nicht zufrieden sein.

Bürgermeister Volker Mosblech (CDU) zeigte sich von den Verlusten seiner Partei in Deutschland, aber auch in Duisburg, nicht sonderlich überrascht: „Dieser Trend war doch schon lange zu beobachten.“ Sein Parteikollege Frank Heidenreich stimmte ihm zu. „Das Klimathema war einfach prägnant. Obwohl wir auch für Umwelt- und Klimaschutz stehen, rechnet man dies wohl nur den Grünen zu.“ CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler verteidigte am Abend auch die Abschaffung der Baumschutzssatzung in Duisburg: „Ich kann in Duisburg kein Defizit an Bäumen erkennen, im Gegenteil: Wenn wir Besucher von außerhalb haben, sind die immer erstaunt, wie grün Duisburg ist.“ Die Baumschutzsatzung sei ein „bürokratisches Monster“ gewesen. Die Abschaffung habe sich nicht gegen den Klimaschutz gerichtet. Zudem verteidigte er die neuen Bauvorhaben im Duisburger Süden. Auch dort, so kritisieren es viele Duisburger, nehme man zu wenig Rücksicht auf Umweltbelange. Das will Enzweiler nicht gelten lassen: „Wir haben in Duisburg vor allem auch einen Mangel an hervorragendem Wohnraum. Eine weitere Erhöhung von Grund- oder Gewerbesteuer geht einfach nicht mehr. Wir brauchen deshalb mehr Einkommensteuer, und das geht nur mit neuen Einwohnern.“ Das starke Abschneiden der AfD wunderte ihn nicht. Wenn Zuwanderer zu sehr in einzelnen Stadtteilen konzentriert seien, schüre das den Unmut. Es sei kein Zufall, dass gerade in Marxloh oder Neumühl die Zustimmungsrate für Rechtspopulisten besonders hoch sei.

Der stellvertretende Wahlleiter Martin Murrack. Foto: Stadt Duisburg

Oberbürgermeister Sören Link erklärte im Gespräch mit der RP, bei Aktionen wie den „Thekengesprächen“ könne man die Menschen in Duisburg durchaus auch mit Argumenten erreichen. Er werde deshalb auch künftig von diesen Formen des Bürgerdialogs verstärkt Gebrauch machen.

(mtm)
Mehr von RP ONLINE