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Duisburg: Essener Domorganist überzeugt in Hamborn

Duisburg : Essener Domorganist überzeugt in Hamborn

26 Jahre jung war Sebastian Küchler-Blessing, als er vor zwei Jahren als Domorganist an den Hohen Dom zu Essen berufen wurde. Drei Wochen nach seinem eindrucksvollen Auftritt in der Salvatorkirche, zusammen mit der Trompeterin Laura Vukobratovic, holte er jetzt sein Konzert in der Abteikirche Hamborn nach, das er im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen absagen musste (die RP berichtete). Dieses Orgelkonzert hatte einen roten Faden, nämlich die Verbindung von Chorälen und dem virtuosen Toccaten-Stil. Die ersten fünf Minuten setzten dieses Thema, nämlich die herb-großartige "40. und letste Variation auff Toccata Manier" aus dem "Tabulatur Buch Daß Vatter unser" (1627) von Johann Ulrich Steigleder. Darauf folgte die unter dem Titel "Sei gegrüßet, Jesu gütig" bekannte, in jeder Hinsicht anspruchsvollste Choralpartita BWV 768 von Johann Sebastian Bach. Küchler-Blessing spielt sehr lebhaft, ja feurig, aber im Detail ziemlich großzügig. Am besten passte das zu dem "stylus phantasticus" der Toccata d-Moll BuxWV 155 von Dietrich Buxtehude und dem immer wieder ergreifenden Choral Nr. 3 a-Moll, den César Franck zwei Jahrhunderte später komponierte, nämlich in seinem Todesjahr 1890.

Die Krönung war schließlich eine machtvolle und formal spannende Improvisation des 1987 geborenen Organisten über zwei tatsächlich erst unmittelbar zuvor gegebene Themen. Es handelte sich um das jeweilige Hauptthema aus den "Schicksals-Sinfonien" von Wolfgang Amadeus Mozart (Nr. 40 g-Moll KV 550) und Ludwig van Beethoven (Nr. 5 c-Moll op. 67).

Im nächsten Hamborner Orgelkonzert am Sonntag, 29. November, um 16.30 Uhr, tritt einer der bedeutendsten Organisten unserer Zeit auf: Prof. Dr. Ludger Lohmann (Stuttgart). Sein Programm enthält choralgebundene Werke von Siegfried Reda Nikolaus Bruhns, Johann Sebastian Bach (darunter den beliebten Schübler-Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 645), Hugo Distler und Max Reger. Der Eintritt ist frei, erwartet wird aber eine Spende in der Größenordnung von fünf Euro.

(hod)