Duisburg: Es geht weiter beim Stadtfenster

Duisburg : Es geht weiter beim Stadtfenster

Wenn die Arbeiten am Stadtfenster an der Steinschen Gasse planmäßig vorangehen, könnte das Gebäude mit Stadtbibliothek, Volkshochschule und NS-Dokumentationszentrum spätestens Anfang des Jahres 2014 eröffnen.

Es ist die größte Baustelle in der Innenstadt — abgesehen vom geplanten Ärztezentrum nur wenige Meter die Straße rauf: das Areal des Stadtfensters an der Steinschen Gasse. Doch während sich beim Ärztezentrum seit Monaten nichts Sichtbares mehr tut, geht es beim Stadtfenster nun kontinuierlich weiter. Der Abriss des Boecker-Hauses ist beendet, der Bauschutt abgetragen, der Baugrund verfestigt.

In den nächsten Wochen und Monaten werden noch Kommunikations- und Versorgungsleitungen verlegt, unter anderem von der Telekom und den Stadtwerken. Bis diese Arbeiten erledigt sind, wird es noch einige Wochen dauern. Das Fundament für das Gebäude mit rund 11 000 Quadratmetern Nutzfläche könnte dann anschließend im September oder Oktober gegossen werden.

Der Bau selbst wird dann schnell in die Höhe wachsen, der Innenausbau für die Bibliothek selbst dürfte sich wegen der modernen Bibliothekstechnik mit Selbstbucher-Terminals etwas aufwendiger gestalten. Die von Archäologen gefundenen kulturgeschichtlichen Bodenfunde (Stadtmauer, Kirche, mittelalterlicher Campus) sollen später in einem begehbaren Kellerraum des Stadtfensters ausgestellt werden. Sie werden — ähnlich wie bei der Königsgalerie, wo die Bodendenkmäler durch Glasscheiben vom Erdgeschoss eingesehen werden können — in das Gebäude integriert werden.

Die Größenordnungen des Stadtfensters: Stadtbibilothek 6380 Quadratmeter, Volkshochschule 2155 Quadratmeter, NS-Dokumentationszentrum 400 Quadratmeter. Weitere 1800 Quadratmeter können Bibliothek und VHS gemeinsam nutzen, 717 Quadratmeter sind für Büros oder Sanitärräume vorgesehen.

Da die Stadtbibliothek am jetzigen Standort an der Düsseldorfer Straße mit rund 8500 Quadratmetern deutlich mehr Fläche zur Verfügung hat, werden die Regale an neuer Stelle enger stehen. Außerdem wird das Angebot aus Platzgründen um rund 50 000 Medien reduziert werden müssen.

Ob das geplante NS-Dokumentationszentrum verwirklicht wird, hängt davon ab, ob der Betrieb dauerhaft finanziert werden kann. Bisher gab es lediglich eine Anschubfinanzierung des Landes, mit der Materialien beschafft wurden. Der dauerhafte Betrieb des Dokumentationszentrums (Miete, Nebenkosten, Personal) müsste aber wohl von der Bezirksregierung genehmigt werden.

Für die 1200 Quadratmeter Einzelhandel im Erdgeschoss ist das Management von Multi Development zuständig, die den größten Teil des Stadtfensters an die Stadt vermietet.

(RP/rl)