Duisburg: Erst zur Kundgebung, dann zur Feier

Duisburg : Erst zur Kundgebung, dann zur Feier

Der 1. Mai war für viele Sozialdemokraten der Tag des Landschaftsparks. Ab dem Spätvormittag gab es dort die traditionelle Feier zum Tag der Arbeit, am Abend ging es mit der Feier zum 150-jährigen SPD-Bestehen weiter.

Landschaftspark, SPD-Arena Krings-Kathedrale? Passend waren am Abend des 1. Mai alle Bezeichnungen, als die SPD ihr 150-jähriges Bestehen in Duisburg in der Gebläsehalle mit einem Festakt feierte. 300 geladene Gäste hatten die Einladung angenommen und kamen vor der imposanten Kulisse der Industriekultur zusammen, um ihre Partei-Geschichte Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu schauen.

Einen großen Auftritt bereitete sich die Duisburger SPD am Donnerstagabend in der Gebläsehalle des Landschaftsparks. Foto: Peggy Mendel

Sozialistengesetze hat die SPD überstanden, die mörderische Verfolgung durch die Nazis überlebt, zwei Weltkriege konnten sie nicht vom Weg abbringen, in zwei deutschen Republiken hat sie unbeirrt für Demokratie gestanden: "Wie wir sehen, nimmt das Leben so seinen Lauf und auch der MSV steigt wieder auf", sagte Christoph Brüske, Kabarettist und Moderator des Abends. "Einige von Ihnen sind vielleicht sogar mit einem Karren im Kappesdorf Serm losgefahren, um heute mit uns zu feiern."

Mit Biss, Charme, Spontanität und dem gewissen Gespür für die "Ruhrpott-Schnauze" zog Christoph Brüske die Gäste in seinen Bann. Steife politische Ehrungen vermisste in der Gebläsehalle niemand. "Ralle" Jäger, NRW-Innenminister, verdeutlichte: "Wir sind stolz auf unser Jubiläum, stolz auf unsere jung gebliebene älteste Partei Deutschlands. Wir wollen heute keinen Wahlkampf betreiben, sondern die Gründung der Duisburger SPD am 1. Mai 1864 gebührend feiern." Er betonte, dass die SPD Herausforderungen annehme, um sie zu meistern. "150 Jahre SPD Duisburg - die Geschichte hat eine Zukunft. Glück auf!", so Jäger. Ehrengast Yasmin Fahimi, Generalsekretärin der Partei, konnte die Worte von Jäger nur unterstreichen: "Mich erfüllt es mit Stolz, heute in Duisburg auf der Bühne zu stehen. Wir kämpfen seit Jahren gemeinsam für Solidarität. Und wie Ralf Jäger schon gesagt hat: Unsere Geschichte hat eine Zukunft." Die SPD werde auch in Zukunft dafür kämpfen, dass jeder Mensch seinen Lebensträumen nachgehen kann. "Wir sind nicht für Gleichmacherei." Neben Jugendarbeitslosigkeit, die Fahimi als "Schande für Europa" bezeichnete, bildeten auch die Rente, die soziale Schere, Energiewende und gesetzliche Mindestlöhne die Säulen ihrer eindrucksvollen Festrede. "Lasst uns die Erfolgsgeschichte der SPD weiterschreiben, und lasst uns die Geschichte von 1864 und von 2014 erzählen."

Neben Christoph Brüske sorgte auch das Musik-Trio "Wildes Holz" für ausgelassene Stimmung in der Halle. Scheint die Kombination aus Blockflöte, Kontrabass und Akustik Gitarre durchaus kurios zu sein - die Musik war beeindruckend. Lieder von Michael Jackson, Wolfgang Amadeus Mozart und Lou Reed brachten die Menge zum Klatschen. Mit ihrer "Ode an die Autobahn A40" alias "Highway to hell" verbreiteten die drei Musiker in der Gebläsehalle jede Menge guter Laune. Mit einem Lied von Pippi Langstrumpf verabschiedete sich das Trio von den Gästen, und Christoph Brüske merkte an: "Mit Pipi in den Augen verlasse auch ich die Bühne."

"Die Musik und die ganze Show waren einfach klasse. Das hätte man nicht besser machen können. Ich bin einfach nur glücklich und habe den Abend genossen", sagte Änne Elsposch. Sie hält der SPD bereits seit 69 Jahre die Treue und zählte damit zu den langjährigsten Mitgliedern im Saal.

(kha)
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