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Marie Wegener gewinnt DSDS: Ereignisreiches Duisburg-Wochenende

Marie Wegener gewinnt DSDS : Ereignisreiches Duisburg-Wochenende

Aus verschiedenen Anlässen machte Duisburg am Wochenende Schlagzeilen: In Hochfeld trieb eine Leiche im Wasser, eine Frau fiel in den Innenhafen, in Neumühl wurde demonstriert, und bei DSDS gewann eine 16-jährige Duisburgerin.

Im Süd-Hafen in Hochfeld zog die Feuerwehr am Samstag gegen 11 Uhr eine leblose Person aus dem Wasser. Noch ist völlig unklar, um wen es sich handelt. Die Kriminalpolizei muss nun die Identität ermitteln und herausfinden, wie das Opfer zu Tode gekommen ist.

Unklar ist auch noch, warum eine Frau am gleichen Tag kurz nach 13 Uhr ins Becken des Innenhafens stürzen konnte. Sie war in Höhe der Schwanentorbrücke in die Fluten gefallen, konnte allerdings noch vor dem Eintreffen der alarmierten Feuerwehr von Augenzeugen ans sichere Ufer gezogen werden. Sie kam ins Krankenhaus.

Sehr viel mehr war die Polizei am Samstag in Neumühl gefordert. Ab 12 Uhr machten sich hier linke und rechte Gruppen auf den Weg zum Hohenzollernplatz und in den angrenzenden Park. Aufgerufen zu einer Kundgebung hatten zunächst Pegida NRW und eine Gruppierung "Mütter gegen Gewalt". Sie hatten sich das Motto "Kandel ist kein Einzelfall" gegeben.

Weil politische Gegner davon ausgingen, dass Neonazis und ihre Sympathisanten den Auftritt nutzen würden, um mit ausländerfeindlichen Parolen und üblen Unterstellungen gegen Asylbewerber Stimmung zu machen, hatten sich unter anderem Duisburgs Grüne und Linke zu einer Gegendemonstration verabredet. Gleichfalls hatten antifaschistische Gruppen zu einer Kundgebung in dem ehemaligen Bergarbeiterstadtteil im Duisburger Norden aufgerufen.

Noch am Freitag hatte die Polizei mit insgesamt rund 1200 Teilnehmern gerechnet. Allein die Rechten wollten mit 200 Sympathisanten auf den Hohenzollernplatz kommen. Doch es kamen sehr viel weniger. Die Menge der Gegendemonstranten fiel gleichfalls geringer aus. Insgesamt, so schätzt die Polizei, waren nur rund 600 Demonstrierende unterwegs. Alle Proteste verliefen friedlich. Das mag unter anderem an der großen Zahl der Polizeibeamten gelegen haben, die an diesem Tag nach Neumühl beordert worden waren. Augenscheinlich waren mehr Uniformierte dort auf der Straße als Protestierende.

Eine überzeugende Demonstration ganz, ganz anderer Art lieferte am Samstagabend die 16-jährige Duisburgerin Marie Wegener ab. Sie hatte sich in den vergangenen Wochen bei dem RTL-Wettbewerb "Deutschland sucht den Superstar" von einer Runde in die nächste gesungen und trat zuletzt noch gegen drei Mitbewerber im Finale an. Und sie siegte!

Mit ihrer kraftvollen Stimme hatte sie in den Vorentscheidungen die Jury, dominiert von Dieter Bohlen, restlos überzeugt. Anfangs traute sie dem zierlichen Mädchen gar nicht zu, dass es zum Beispiel Lieder von Whitney Houston so perfekt präsentieren würde. Doch die Steinbart-Schülerin verblüffte immer wieder. Am Samstag Abend sang sie sich unter anderem mit einem Lied in die Herzen der RTL-Zuschauer, das Dieter Bohlen geschrieben hatte. "Königlich" hieß der Song, und passend waren auch die Bühnendekoration (ein riesiger Thron) und Maries Kostüm (ein "Prinzessinnenkleid").

Bis nach Mitternacht musste sie sich gedulden. Erst dann stand fest, wer das Telefon-Voting der Zuschauer in diesem Jahr gewonnen hatte. Anders als ihre drei älteren Mitbewerber durfte Marie Wegener zum Finale allerdings nicht mehr auf die Bühne. Das Jugendschutzgesetz ließ dies nicht zu. So erlebte die junge Duisburgerin an der Seite ihrer Familie, unterstützt von zig aus Duisburg angereisten Fans, ihren Triumph.

DSDS-Sieg hin oder her - die 16-Jährige ließ bereits wissen, dass sie bei allem Erfolg nicht abheben, sondern in jedem Fall die Schule ordnungsgemäß beenden will.

(RP)