Duisburg: Enge Gassen, weite Plätze

Duisburg: Enge Gassen, weite Plätze

Ein neues Verkehrskonzept und eine neue Bauplanungen rund um den Burgplatz sollen der Innenstadt künftig mehr Flair verleihen.

Sehr alte Zeichnungen muss bemühen, wer sehen will, wo einst die Kaiserpfalz (am Rathaus) lag. Doch genau diese Dokumente waren Grundlage für die Überlegungen, wie der Burgplatz künftig aussehen könnte. Denn eine graue Parkfläche ist er die längste Zeit gewesen.

Ralf Oehmke, Geschäftsführer der Duisburger Innenstadtentwicklungsgesellschaft, hat mit der Politik bereits erste Gespräche geführt und will nun mit den Vertretern der Ratsfraktionen in einem Arbeitskreis die groben Ideen bis zur Umsetzung vorantreiben.

Die Bebauung geht einher mit einer komplett neuen Verkehrsführung in diesem Bereich. Denn das Eine geht nicht ohne das Andere. Der Innenstadtring (er setzt sich zusammen aus A 59, A 40, Marientor, Schifferstraße, Plessingstraße) für den Verkehr, der nicht direkt in die Innenstadt will, wird ergänzt durch zwei "Ohren". Das eine macht von der Abfahrt A 59 an der die Kardinal-Galen-Straße einen Bogen über Gutenbergstraße, Landfermannstraße, Saarstraße; das andere vom Marientor über die Steinsche Gasse, die Friedrich-Wilhlem-Straße zur Mercator-/Kremerstraße.

Diese Straßenverbindungen sollen Autofahrer möglichst benutzen, um die Parkplätze und -häuser in der Innenstadt zu erreichen. Zwischen Gutenberg- und Friedrich-Wilhelm-Straße hingegen entsteht ein breiter Streifen, in dem Radfahrer und Fußgänger Vorrang haben.

Zwar wird keine Straße dicht gemacht, keine neue Fußgängerzone angelegt. Aber ähnlich wie heute schon vor dem Stadttheater entsteht laut Plan beispielsweise auf der heute stark befahrenen Kreuzung vor der Alten Post eine Fläche, auf der die Autofahrer Rücksicht auf alle anderen Verkehrsteilnehmer nehmen müssen.

Möglich wird dies zum einen dadurch, dass die Steinsche Gasse dort nur noch je eine Fahrspur haben wird und zum anderen dadurch, dass die Schwanenstraße umgelegt wird. Ihr bisheriger Verlauf endet etwa dort, wo heute eine Treppe zum Burgplatz führt. Von dort soll sie dann quer auf die jetzige Kreuzung Poststraße/Gutenbergstraße zulaufen.

Neues Dreieck

Hierdurch entsteht eine Art Dreieck mit Platz für neue Gebäude. Etwa an der Stelle der heutigen Kreuzung Steinsche Gasse/Schwanenstraße ist ein viergeschossiges Gebäude denkbar, für das sich bereits ein Hotelbetreiber interessiert. Durch die neue zweispurige Schwanenstraße getrennt ist im Plan in Richtung Burgplatz eine zweite Immobilie eingezeichnet, die zwei, maximal drei Geschosse haben wird und an der heutigen Zufahrt zum Rathaus liegt. Unter diesem gesamten Bereich soll eine zweigeschossige Tiefgarage mit rund 450 Plätzen anlegt werden. Denn der Burgplatz soll frei bleiben von abgestellten Blechkarossen.

(RP)