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Duisburg: Energiekosten werden immer häufiger zum Problem

Duisburg : Energiekosten werden immer häufiger zum Problem

Telekommunikation, Finanzen und Energie waren 2012 die wichtigsten Themen für die Verbraucherzentrale.

Die Seniorin aus Duisburg traute ihren Augen nicht: Ihre Telefonrechnung lag bei über 300 Euro, obwohl sie nur über einen vermeintlich günstigen Call-by-Call-Anbieter telefoniert hatte. "Eigentlich hätte die Dame nicht mehr als etwa 50 Euro bezahlen müssen. Ihre 0140er-Nummer war aber über Nacht teurer geworden – und zwar von zwei Cent auf 1,99 Euro pro Minute", erklärte Marina Steiner, Leiterin der Duisburger Verbraucherzentrale. Dieser Fall war nur einer von vielen aus dem Bereich der Telekommunikation. "Probleme beim Wechsel des Anbieters, nicht erlaubte Werbung und Vertragsabschlüsse am Telefon oder Internet-Abzocke nehmen nach wie vor einen breiten Raum bei der Beratung Hilfesuchender ein", so Marina Steiner. Dazu zählen auch Abo-Fallen bei Apps auf Smartphones. Selbst bei kostenlosen Apps springen gelegentlich Fenster mit Werbung auf. Wer unüberlegt darauf tippt, hat oft schnell einen Vertrag über ein Abonnement abgeschlossen, von dem er in diesem Moment noch gar nichts ahnt. Die fälligen Beiträge zieht der Telekommunikationsanbieter dann zusammen mit der normalen Rechnung ein.

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2012 gab es 14 209 Anfragen von Ratsuchenden bei der Duisburger Verbraucherzentrale. Davon entfielen 24 Prozent auf den Bereich Telefon und Internet, gefolgt von Finanzen (23 Prozent) und allgemeinen Dienstleistungen (16 Prozent). Bei jeder zehnten Anfrage ging es um das Thema Energie – Tendenz steigend. "Spätestens wenn die Jahresabrechnungen nach diesem kalten Winter kommen, wird das eine weitere Welle auslösen", sagt die Leiterin. Schon die verspätete Rechnungsstellung aufgrund eines EDV-Fehlers bei den Duisburger Stadtwerken habe zu vielen Problemen und Nachfragen geführt. Da die Verjährungsfrist aber erst mit der Rechnungsstellung beginne, könnten sich die Kunden darauf nicht berufen. Auch Stromsperren für säumige Stadtwerkekunden seien in Duisburg ein Thema. Schon in der Vergangenheit hatten die Insolvenzen von privaten Stromversorgern wie Teldafax oder Flexstrom für regen Besuch in der Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale an der Friedrich-Wilhelm-Straße gesorgt. Die Verbraucherschützer raten, auf keinen Fall zu einem Anbieter zu wechseln, der Vorauszahlungen fordert. "Im Falle einer Insolvenz ist das Geld dann meistens weg", sagt Marina Steiner. Wer mit dem Internet sonst wenig zu tun hat, sollte nicht auf einen Online-Anbieter vertrauen. Verbraucher, die verlässliche Ansprechpartner wollen, zahlen vielleicht lieber etwas mehr, raten die Verbraucherschützer. Gerade für Menschen, die mit ihrem Einkommen nicht auskommen, würden die Energiekosten immer mehr zu einem Problem.

Das Problem der Seniorin mit dem Call-by-Call-Anbieter ist übrigens nicht so leicht zu lösen: "Nur wenn dem Anbieter ein Verstoß gegen die Ansagepflicht nachgewiesen werden kann, lässt sich dagegen etwas ausrichten", erklärte Verbraucherberaterin Paulina Wieklinski. Über solche und ähnliche Folgen informiert die Verbraucherzentrale die Bundesnetzagentur. Für die Betroffenen bietet sie unter anderem eine ganze Reihe von Musterbriefen an.

Infos: www.vz-nrw.de/duisburg

(RP)