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Duisburg: Endlich da: Das schöne Buch zur Stadt

Duisburg : Endlich da: Das schöne Buch zur Stadt

Der Duisburger Fotograf Thomas Berns hat sechs Monate lang Duisburg bereist und sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes fotografiert. Jetzt erschien der daraus entstandene, umfangreiche Bildband.

Thomas Berns hat Duisburg bereist. Sechs Monate lang war der Fotograf unterwegs, ist Hunderte von Kilometern gefahren, in alle Himmelsrichtungen und in alle Stadtteile. Er ist auf das höchste Haus der Stadt geklettert, an Flüssen und Seen entlang gelaufen und durch Wälder gestreift. Er war da, wo Menschen wohnen, arbeiten und feiern, wo es laut und voll ist und auch dort, wo es ganz still und so wunderschön, dass man es kaum glauben mag.

 Der Lifesaver-Brunnen von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely mit der Goldenen Leiter des Forums im Hintergrund: Thomas Berns hat damit ein Motiv mit Wiedererkennungswert für die Duisburger Innenstadt gefunden.
Der Lifesaver-Brunnen von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely mit der Goldenen Leiter des Forums im Hintergrund: Thomas Berns hat damit ein Motiv mit Wiedererkennungswert für die Duisburger Innenstadt gefunden. Foto: Thomas Berns

Frühmorgens hat er den Sonnenaufgang im Landschaftspark fotografiert, mittags das pralle Leben in der City und abends den futuristisch erleuchteten Innenhafen. Er hat Tiere abgelichtet, die man hier nie vermuten würde. Und er hat vor allem Menschen getroffen, welche die Stadt auf vielfältige Weise prägen und ihr ein unverwechselbares Gesicht geben. Thomas Berns hat sowohl Bekanntes fotografisch neu interpretiert als auch vieles selbst für ihn als gebürtigen Duisburger Unbekanntes entdeckt und in seinen Bildern festgehalten.

Jetzt erschien der daraus entstandene, umfangreiche Bildband. Es ist gewissermaßen das "schöne Buch zur Stadt". Im Vorwort heißt es, um den Charakter, die Seele einer Stadt mit der Kamera zu erfassen, müsse man ihre Komponenten kennen und ihre Bedeutung im großen Zusammenhang der Stadt als Ganzes verstehen: "Dann setzen sich die einzelnen Teile zu einer plötzlich zwingend erscheinenden Einheit zusammen." Die oft reproduzierten Wahrzeichen der Stadt fehlen in diesem Buch nicht, aber sie "erscheinen wie zum ersten Mal, weil mit anderen Augen gesehen", so das Vorwort weiter: "Bei anderen Motiven wähnt man sich überall sonst, nur nicht in Duisburg - die Bildunterschriften klären über den Irrtum auf."

Das Buch ist in 20 Kapitel unterteilt, die von Norden nach Süden durch die Stadtteile führen und dabei den Rhein mehrfach kreuzen. Sie heißen: "Leben im Grünen - Overbruch, Vierlinden, Aldenrade, Wehofen, Röttgersbach", "Leben am großen Fluss - Alt-Walsum", "Leben auf dem Land - Baerl", "Leben mit der Vielfalt - Fahrn, Marxloh, Obermarxloh, Neumühl", "Leben im Schutz der Abtei - Alt-Hamborn", "Leben zwischen Industrie und Wald - Bruckhausen, Beeck, Laar, Beeckerwerth", "Leben vor Industriekulissen - Meiderich", "Leben am Hafen - Ruhrort". "Leben mit Stadt, Land, Fluss - Alt-Homberg, Hochheide", "Leben mit Gegensätzen - Neuenkamp, Kasslerfeld", "Leben am Berg - Duissern", "Leben in der Mitte der Stadt - Altstadt, Dellviertel", "Leben mit dem Sport - Neudorf", Leben mit den Kulturen - Hochfeld, Wanheimerort", "Leben mit Neu und Alt - Bergheim, Hochemmerich, Rumeln-Kaldenhausen. Rheinhausen-Mitte, Friemersheim", "Leben mit Geschichte - Wanheim-Angerhausen, Hüttenheim, Ungelsheim", "Leben auf dem Wasser - Wedau, Bissingheim", "Leben auf dem Dorf - Buchholz, Huckingen", "Leben im Freien - Großenbaum, Rahm" und "Leben mit Liebe zum Land - Mündelheim." —

Jedem Kapitel ist das Porträt eines Menschen vorangestellt, der in Duisburg fest verwurzelt ist und ein besonderes Verhältnis zu seiner Heimat hat. Dazu gehört der Baerler Schützenkönig Frederik Engeln ebenso wie die Marxloher Brautmodengeschäftsfrau Figen Öztürk, der Hamborner Abt Albert, der Cellist Robert Kruzlics, der Rheinhauser Wakeboarder Mario von Gruchalla, der Wanheimer Stahlarbeiter David Gasse, der Wedauer Förster Axel Freude oder auch die Mündelheimer Märchenerzählerin und Lamaführerin Elisabeth Nieskens. Sie zieht zwar nach Österreich, möchte aber weiterhin regelmäßig Duisburg besuchen.

(hod)