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Duisburg: Empörung über CDU: Wahlplakate zeigen Problemhaus

Duisburg : Empörung über CDU: Wahlplakate zeigen Problemhaus

Mit einem Wahlplakat zur Kommunalwahl am 25. Mai erregt die Duisburger CDU die Gemüter. Unter dem Slogan "Duisburg kann besser" prangert sie Missstände an. Als Foto wird eine veraltete Aufnahme des Problemhauses "In den Peschen", in dem überwiegend Roma leben und das deutschlandweit immer wieder für Schlagzeilen sorgte, verwendet.

Auf dem Wahlplakat sind riesige Müllberge auf dem Bürgersteig vor dem Haus zu sehen. So sieht es allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr aus in Bergheim. Die Wirtschaftsbetriebe entsorgen den Müll, der dort anfällt, regelmäßig. Auch sind die Balkone viel aufgeräumter als noch am Anfang.

Dr. Birgit Beisheim, Sprecherin der Duisburger Grünen, ist empört: "Mit diesem Plakat werden unsere Stadt und alle Menschen, die sich um Integration bemühen, verunglimpft und als untätig dargestellt. Wir fordern die CDU auf, dieses Plakat unverzüglich zu entfernen." Claudia Leiße, Ratsfrau der Grünen, die in unmittelbarer Nähe des Hochhauses wohnt, sagt: "Wenn die CDU mit uralten Fotos wirbt, zeigt sie damit nur, dass sie selbst von gestern ist. Ich empfinde die Darstellung beschämend für die Duisburger CDU. Mit dieser Partei ist jedenfalls die Zukunft unserer Stadt nicht zu gestalten."

SPD, Grüne und Linke empört

Auch die SPD ist empört, spricht von "Wahlkampf auf Kosten der Zuwanderer". Schon früh hätten rechtsradikale Gruppierungen begonnen, auf dem Rücken der im Hochhaus lebenden Menschen ihre rassistische Hetze zu verbreiten. "Dass nun die CDU ebenso verfährt, damit hatte nun wirklich niemand gerechnet", erklärt Manfred Krossa, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Rheinhauser Bezirksvertretung. Das Wahlkampfplakat, mit dem die CDU jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sei, stelle alte Verhältnisse dar, die heute so nicht mehr bestünden. "Eine christliche Partei sollte sich schämen, mit rassistischem Gedankengut zu werben. Die SPD findet es besonders traurig, dass die vielen ehrenamtlichen Helfer und die Menschen, die eine Patenschaften für dort lebende Familien übernommen haben, so vor den Kopf gestoßen werden", so Krossa. "Wir fordern das sofortige Einstampfen dieser entwürdigenden Plakate."

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Auch die Partei Die Linke aus Duisburg zeigte sich in einer Stellungnahme entsetzt über das CDU-Plakat. "Wer sich antiromaistischer Vorurteile bedient, macht Rassismus hoffähig", lautet ein Zitat von Lukas Hirtz von den Duisburger Linken, das zusammen mit einer Pressemitteilung am Mittwoch veröffentlicht wurde. Daniela Zumpf, Sprecherin der Duisburger Linken, ergänzt: "Entweder hat die CDU die letzten drei Jahre im Rat geschlafen, oder sie will bewusst die Wähler betrügen: Das Foto des Hauses in den Peschen ist Jahre alt." Es spiegele die aktuelle Situation vor Ort nicht korrekt wider und lasse dadurch ein falsches Bild entstehen, mit dem die CDU Wahlkampf betreiben will.

Die CDU verteidigt die Plakate

Volker Mosblech, stellvertretender Vorsitzender der CDU Duisburg, verteidigt die Plakate: "Es gibt Probleme in ganz Duisburg. Das Hochhaus In den Peschen ist nur ein Beispiel. Als große demokratische Volkspartei wollen wir auf Missstände hinweisen, und dieses Bild ist klar und aussagekräftig." Darin, dass das Foto schon sehr alt ist und es In den Peschen seit vielen Monaten nicht mehr so aussieht, sieht er kein Problem. Man müsse die "Vorlaufzeit bedenken, die so ein Wahlkampf hat". Die Plakate seien schon vor Monaten eingeplant gewesen. "Da kann man gar kein ganz aktuelles Foto haben."

(skai)