1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Einzelhändler verfallen nicht in Jubel

Duisburg : Einzelhändler verfallen nicht in Jubel

Ein eher schwächelndes Weihnachtsgeschäft 2106, die starke Online-Konkurrenz und einige Stadtplanungen machen es den Duisburger Einzelhändlern nicht gerade leicht, die verhalten optimistisch in dieses Jahr gehen.

Die Ergebnisse der Jahresumfrage des Handelsverbandes Niederrhein lassen für den Duisburger Einzelhandel eher nicht auf Jubelstimmung schließen. Zwar konnten etliche Händler im vorigen Jahr den Umsatz steigern, aber speziell hier kämpfen sie stetig gegen schwierige Rahmenbedingungen.

Dazu zählt neben dem wachsenden Onlinehandel die sinkende Einwohnerzahl. Lebten zur Jahrtausendwende knapp 520.000 Menschen in unserer Stadt, sind es inzwischen nur noch rund 491.000, und für das Jahr 2040 werden es laut Prognosen 463.000 sein. Die ungebrochen hohe Arbeitslosigkeit und die hohe Zahl von Einwohnern, die von Transfereinkommen leben, trüben das Konsumklima. Der Verband fordert daher die Politik auf, die Kaufkraft der Verbraucher zu stärken und insbesondere Privathaushalte und Bezieher niedriger Einkommen steuerlich zu entlasten.

An die Duisburger Verantwortlichen richtet sich der Appell von Lars Hoffmann, Verbandsvorsitzender, bei der Stadtentwicklung auf "unreflektierte Verkaufsflächenerweiterungen zu verzichten". Solange auf dem alten Güterbahnhofsgelände die Planungen für ein FOC existierten, müsse man sich nicht wundern, wenn an der einen oder anderen Stelle die Entwicklung lahmen würde. Duisburg habe in den vergangenen Jahren erhebliche zusätzliche Verkaufsflächen bekommen, die den Mangel der Vergangenheit behoben und ausgeglichen hätten. "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, nicht nur reine Verkaufsflächenexpansion voranzutreiben, sondern vielmehr qualitative Bemühungen einzubeziehen", sagt Wilhelm Bommann, Verbands- Geschäftsführer.

  • Neue Onlineplattform in Bonn : Einzelhändler und DHL machen Internethandel Konkurrenz
  • Das „SpaceX Dragon Endurance“-Raumschiff während einer
    Duisburger Politikwissenschaftler : „Der Weltraum ist noch ein bisschen Wilder Westen“
  • Der Duisburger Angeklagte beim Prozessauftakt im
    Prozess gegen antisemitische „Goyim-Partei“ : Bewährungsstrafe für Duisburger Rechtsextremisten

Aus Sicht des Verbandes sollte sich Duisburg als Möbelstandort weiterentwickeln, speziell im Bezirk Meiderich, wo Ikea seinen Standort hat und das Unternehmen Ostermann seit Jahren eine Ansiedlung plant. Seit der Absage von Kurt Krieger, auf dem Güterbahnhofsgelände ein Höffner-Möbelhaus zu errichten, ist davon allerdings nichts mehr zu hören.

Der Einzelhandelsverband ist der Ansicht, dass interessierten Investoren verlässliche Rahmendaten gegeben werden müssen, was aus seiner Sicht offenbar nicht hinreichend genug der Fall ist. In Bezug auf die Nutzung des Güterbahnhofgeländes nimmt der Verband eine ganz klare Position ein: "Kauft das Grundstück zurück und führt es dann einer Entwicklung im Sinne von Foster zu", appelliert Bommann mit Blick auf den Masterplan an die Stadt.

Sorgen bereiten dem Einzelhandel hier die vielen Straßenbaustellen, die die Erreichbarkeit der City negativ beeinflussen. Dies gilt insbesondere für die Großbaustellen auf der A 42 und auf dem Karl-Lehr-Brückenzug. Mit Sorgen blickt er auf die Sanierung der Brücke am Marientor - wichtige Verbindungsachse zwischen dem Stadtnorden und der City, vor allem aber zwischen dem Niederrhein und der Innenstadt.

Lob hält der Einzelhandelsverband für seine Mitglieder bereit, die sich auch ehrenamtlich für Duisburg engagieren, zum Beispiel in den Werbegemeinschafen. Solcher Einsatz ist besonders in den Stadtteilen gefragt. Welche Folgen es hat, wenn dieser nachlässt oder gar nicht mehr vorhanden ist, hat sich nach Einschätzung des Verbandes unter anderem in Huckingen und Walsum gezeigt.

(RP)