Duisburg: Eine Tagesstätte für Hunde

Duisburg : Eine Tagesstätte für Hunde

Eine gelernte Tierarzthelferin hat in Asterlagen Duisburgs erste Hundetagesstätte eröffnet. Berufstätige können ihre Vierbeiner morgens abliefern und abends wieder abholen. Eine große Freifläche bietet viel Auslauf.

Ausgelassen toben Yoshi und Odin über die große Wiese. Der Jack Russel und der Airedale-Terrier spielen in einem Moment Verstecken hinter den Bäumen, im nächsten schießen sie plötzlich aufeinander zu, um sich eingehend zu beschnuppern. Dann gesellen sie sich zu Labrador Natz, der das bunte Treiben in aller Seelenruhe aus der Ferne betrachtet hat. Doch lange währt die Ruhe nicht: Eine junge Frau wirft einen Ball, dem die beiden Terrier blitzschnell hinterher springen.

Die Vierbeiner fühlen sich sichtlich wohl auf dem großen Gelände an der Winkelhauser Straße in Asterlagen, auf dem die Friemersheimerin Denise Kugel Duisburgs erste Hundetagesstätte eröffnet hat. Für zehn bis 15 Euro können Hundehalter hier ihre vierbeinigen Freunde tagsüber abgeben – ein fairer Preis, vor allem wenn man sieht, wie gut die Hunde aufgehoben sind. Sie werden nicht etwa in Hundeboxen gesperrt und sich selbst überlassen, sondern können sich auf der 1000 Quadratmeter großen Wiese richtig austoben.

"Sie spielen miteinander, ich beschäftige mich aber auch eingehend mit ihnen", erzählt die Hundesitterin. Mit Geräteübungen etwa fördert sie die Mobilität der Tiere, Gehen an der Leine werden geübt, Apportierspiele und Ballwerfen gehören zur Tagesordnung. Es geht mitunter zu wie in einer richtigen Hundeschule, wobei Kugels Labrador Natz eine große Hilfe ist. "Gerade bei Welpen übernimmt er auch schon mal die Vaterrolle", erzählt sein Frauchen. Bis zu 14 Tiere gleichzeitig kann Denise Kugel aufnehmen. Es wäre gewiss Platz für mehr, aber schließlich will sie alle im Auge behalten und sich eingehend mit jedem Einzelnen beschäftigen.

Wer seinen Hund Denise Kugel anvertraut, kann sich sicher sein: Die 33-Jährige hat Erfahrung mit Hunden und weiß, was sie tut. "Schon als kleines Kind habe ich mich für Hunde interessiert und immer wieder welche Gassi geführt", sagt sie. Als sie groß war, hat sie dann Tierarzthelferin gelernt, eine Ausbildung zur Hunde-Dolmetscherin gemacht und immer wieder Hunde aus dem Bekanntenkreis zur Pflege genommen – bis sie eines Tages die Idee hatte, das Ganze größer aufzuziehen. Im Blick hatte sie dabei vor allem Berufstätige. Denn viele Menschen wünschen sich einen Hund, entscheiden sich aber dagegen, weil es niemanden gibt, der sich tagsüber um das Tier kümmert.

"Hundetagesstätten sind eine echt gute Lösung", sagt Denise Kugel. In Amerika seien sie schon gang und gäbe, hierzulande existierten sie bisher aber nur vereinzelt. Mit ihrer Idee ist die Friemersheimerin also in eine echte Marktlücke gestoßen.

(RP)
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