Duisburg: Eine starkes soziales Netz ist am effektivsten

Duisburg : Eine starkes soziales Netz ist am effektivsten

Beim SPD-Neujahrsempfang stand die Bedeutung der Zivilgesellschaft im Fokus.

Terroristische Angriffe und gesellschaftliche Zersetzung mit Hasskommentaren im Internet sind ein Problem, dem man nicht nur mit mehr Polizei und mehr Überwachung begegnen kann. "Ganz wichtig ist die Zivilgesellschaft", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff beim Neujahrsempfang des SPD-Bezirksverbandes Rheinhausen. Damit meinte er Vereine und Institutionen, in denen Menschen gemeinsam wirken und der Wert des gegenseitigen Respekts hochgehalten würde. "Das sind Orte, wo Menschen Zivilcourage vermitteln", sagte Bischoff in Richtung der vielen Ehrenamtlichen aus Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen, die der Einladung zum inzwischen zehnten Neujahrsempfang in den Gemeindesaal der Erlöserkirche gefolgt waren. "Natürlich muss man auch über mehr Schutz und mehr Polizei nachdenken", so Bischoff. Gerade wo erst vor gut einer Woche ein Mann mit einem Messer durch Rheinhausen lief und drei Menschen verletzt habe, bevor ihn die Polizei erschoss. "Da kam der Einschlag schon nahe", so Bischoff, der selbst in Rheinhausen lebt.

Dabei müsse man aber immer darüber nachdenken, was erreicht werden soll. "Manchmal schießt man über das Ziel heraus." Videoüberwachung müsse zum Beispiel sachgerecht eingesetzt werden. Einen Attentäter, wie den aus Berlin, der sogar seinen Ausweis im Lkw gelassen habe, hätte auch die Videoüberwachung nicht abgehalten. Viel effektiver sei da eben ein starkes soziales Netz. Diese Zivilgesellschaft will die SPD-Rheinhausen im Hinblick auf den Kulturbereich vergrößern. Der Vorsitzende Reiner Friedrich gab bekannt, dass ein "Förderverein für die bezirkliche Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen" in Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen gegründet werden soll. Der Verein soll die kulturellen Veranstaltungen finanziell unterstützen, die oft wegen der schlechten Kassenlage in Duisburg mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben.

In einem Beirat, der hauptsächlich mit Kulturschaffenden aus dem Bezirk besetzt werden soll, soll darüber entschieden werden, wofür die Mittel des geplanten Vereins eingesetzt werden sollen. "Der Verein soll nicht politisch besetzt, sondern nur begleitet werden." Friedrich könne sich vorstellen, dass die Fraktionsvorsitzenden der Bezirksvertretung Teil des Beirats werden könnten. In Kürze soll es weitere Informationen zu dem geplanten Verein geben.

(RP)
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