Duisburg: Eine neue Form der Grabpflege in Trompet

Duisburg : Eine neue Form der Grabpflege in Trompet

Auf dem Trompeter Friedhof wurde ein neues Grabfeld angelegt. Der so genannte Memoriam-Garten hat einen parkähnlichen Charakter. Unterschiedliche Bestattungsformen sind hier möglich.

Das Terrain ähnelt einem kleinen Park. Die Grabbänder sind mit verschiedenen, farbenfrohen Pflanzen bestückt. Den Mittelpunkt bildet ein Brunnen aus Schiefer. Einige hölzerne Sitzbänke stehen am Rand. Eine imposante Rotbuche sowie drei weitere angepflanzte Buchen geben diesem Grabfeld den Namen "Buchenhain".

Auf dem Trompeter Friedhof haben Duisburger Friedhofsgärtner in Zusammenarbeit mit Steinmetzen und den Wirtschaftsbetrieben einen so genannten Memoriam-Garten angelegt. Er ist gestaltet wie ein kleiner Garten. Gräber und Rahmenbepflanzung bilden eine harmonisch aufeinander abgestimmte Einheit. Jeder Verstorbene wird auf den Grabmalen mit Namen und Lebensdaten genannt.

Die Idee dahinter: Mit dem Memoriam-Garten soll den Hinterbliebenen ein "Rundum-Sorglos-Paket" geboten werden, in dem auch die langjährige Grabpflege der Anlage enthalten ist. Vom Tag der Einweihung an ist der Memoriam-Garten fertig bepflanzt, man erwirbt einen Ort in einer kompletten Grabanlage mit der dazugehörigen Dauergrabpflege zu einem festen Preis und ohne weitere Folgekosten.

In dem Memoriam-Garten in Trompet sind sowohl Urnen- als auch Sargbestattungen möglich. Jedes Grab kann auf Wunsch mit einem Grabstein versehen werden. Die Grabbänder erhalten den Jahreszeiten entsprechende Wechselbepflanzungen, um deren Pflege sich eine Arbeitsgemeinschaft aus sieben lokalen Friedhofsgärtnereien kümmert.

Der Memoriam-Garten in Trompet ist bereits der zweite, der auf einem der städtischen Friedhöfe in Duisburg angelegt wurde. Vor zwei Jahren war bereits auf dem Waldfriedhof in Wanheimerort ein solcher Garten entstanden. Laut Wirtschaftsbetriebe wurden dort bereits viele Grabstätten erworben.

Der neue Memoriam-Garten liegt gewissermaßen im Trend, denn viele Menschen wünschen sich aus unterschiedlichen Gründen kein Einzelgrab und möchten ihre Verwandten von der Grabpflege entlasten. Manchmal leben die Angehörigen auch so weit weg, dass eine regelmäßige Grabpflege für sie nicht möglich ist. Deshalb kommt es immer häufiger vor, dass herkömmliche Gräber verwildern, was einer gepflegten Optik von Friedhöfen nicht gerade entgegenkommt.

Die Bergheimer Ratsfrau Elke Patz (SPD) zeigte sich bei der Eröffnung des Trompeter Grabfeldes an Allerheiligen erfreut darüber, dass das Thema Bestattungen in Duisburg zur Sprache kommt: "Lange Zeit waren Gespräche oder gar öffentliche Diskussionen darüber ein Tabu. Dies ist aber nicht im Sinne der Angehörigen, denn die Politik muss angemessene Rahmenbedingungen schaffen und die Wünsche der Betroffenen erkennen." Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Änderung der eher starren Bestattungssatzung gewesen.

(aen)
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