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Duisburg: Eine Million Euro für viele Aktivitäten

Duisburg : Eine Million Euro für viele Aktivitäten

Die eine Million Euro, die im März vom Stadtrat für Integrationsprojekte freigegeben worden sind, werden zwar nicht ausreichen, um alle Probleme mit den hier lebenden Rumänen und Bulgaren zu lösen. Aber zumindest können die vordringlichsten angegangen werden.

Die Verwaltung hat einen Aktionsplan erarbeitet, dessen Umsetzung die drei Ziele hat, den sozialen Frieden zu sichern, Mindeststandards für Kinder und Jugendliche zu garantieren und Vorbereitungen für einen erfolgreichen Eintritt in den Arbeitsmarkt zu treffen.

Im Einzelnen soll der Verein "Runder Tisch Marxloh" Geld bekommen, um den Zugewanderten bei der Wohnungssuche und bei der Sprachförderung zu helfen. Das Projekt "Angekommen" wird die Begegnung von Jugendlichen für ein besseres nachbarschaftliches Zusammenleben vorantreiben. Das Gesundheitsamt soll Vor-Ort-Untersuchungen und Impfungen für Frauen in der Prostitution durchführen. Es wird auch zuständig dafür sein, rund 400 osteuropäische Kinder und Jugendliche zu impfen. Der Verein "ZOF" wird wöchentlich je ein Väter- und ein Müttercafé aufbauen sowie zweiwöchig eine Kindergruppe und monatlich eine Anwohnerversammlung. Die Anlage von Stadtgärten rund um das Problemhaus in Bergheim soll gleichfalls zur Sicherung des sozialen Friedens beitragen. Auf Honorarbasis wird eine Sozialwissenschaftlerin eingestellt, die das ganze Projekt begleitet.

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Zu den Mindeststandards für Kinder und Jugendliche, die geschaffen werden sollen, gehört vor allem die Beschulung. Bis ausreichend Platz in normalen Klassen geschaffen worden ist, sollen die sechs- bis zwölfjährigen Zuwandererkinder zumindest drei Stunden täglich unterrichtet werden. Honorarkräfte, die rumänisch beziehungsweise bulgarisch sprechen, sollen den Kontakt zu den Eltern herstellen. Für ältere Kinder und Jugendliche wird es Deutschkurse geben sowie zwei Sprachförderfreizeiten für jeweils bis zu 15 junge Teilnehmer.

Notwendig sind nach Erkenntissen der Verfasser dieses Handlungskonzeptes auch Sprachkurse der Volkshochschule für Erwachsene sowie nicht mehr schulpflichtige Jugendliche. Da vermutlich die Wengisten der Zuwanderer ihren Nachwuchs in den Kindergarten schicken, wird es in Meiderich, Marxloh und Hochfeld zweimal wöchentlich für je drei Stunden Gruppen geben, in denen die Kleinen mit ihren Müttern Deutsch lernen können. Der Berufsvorbereitung dient das Angebot der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung. Gemeinsam mit der Diakonie und der Werkkiste wird ein Testcenter eingerichtet, um die beruflichen Qualifikationen der Rumänen und Bulgaren zu ermitteln und sie auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Das Handlungskonzept, das die Verwaltung erarbeitet hat, braucht nicht mehr die Zustimmung des Rates. Ihm wird das Papier darum in seiner Sitzung am 8. Juli auch nur zur Kenntnis gegeben wird.

(RP)