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Duisburg: Eine Leidenschaft wie ein Dauerfieber

Duisburg : Eine Leidenschaft wie ein Dauerfieber

Peter Hiermann sammelt außergewöhnliche Steine. Aus einem kleinen Geschenk ist eine lebenslange Passion geworden. In Mündelheim hat er mittlerweile ein kleines Privatmuseum eingerichtet.

"Keinen Stein auf dem anderen lassen", "Jeden Stein umdrehen" - viele Sprichwörter böten sich an, um Peter Hiermanns Hobby zu beschreiben. Doch Hiermanns Passion ist weit mehr als nur ein Hobby, und ein Sprichwort ist nicht genug, um die nunmehr 30-jährige Leidenschaft zu beschreiben: Peter Hiermann ist Mineraliensammler.

Quarze, Achate, Vulkanstein, Fossilien und andere Kunstwerke der Natur nennt der gebürtige Österreicher sein Eigen. Angefangen hat der ehemalige Schreiner mit einem Geschenk von einem seiner vier Söhne, einem Ammoniten, wie sich später herausstellte. "Ich hatte keine Ahnung, was das war, also habe ich mir ein Buch gekauft und nachgelesen", erzählt Hiermann.

Aus einem Buch wurden viele, Fachzeitschriften kamen dazu und die Sammlung wuchs stetig, so dass sich der Mündelheimer ein Privatmuseum eingerichtet hat - komplett mit beleuchteten Vitrinen und Namenskärtchen für die Gesteinstypen. Die sehen oft aus, wie von einer anderen Welt. Schimmernde Quader, Zacken mit Widerhaken und Hohlräume in den Steinen, und das in allen möglichen Farben. Auch ohne die vielen Lampen geht von den Vitrinen ein Schimmern aus.

Die Schatzkammer ist gefüllt mit Fundstücken aus aller Welt. Während die außereuropäischen Kostbarkeiten durch Tausch mit anderen Sammlern ihren Weg in den Duisburger Süden gefunden haben, hat Hiermann die meisten der kontinentalen Schätze selber gesucht und gefunden. Vom bayerischen Wald über Rumänien bis nach Portugal führte ihn seine Jahrzehnte lange Suche, gerade erst ist er aus Spanien zurückgekehrt. "Wenn ich im Urlaub suchen gehe, setzt sich meine Frau meistens mit einem Buch hin", erzählt Hiermann und erklärt schmunzelnd, dass seine Leidenschaft ohne die Unterstützung seiner Frau nicht denkbar wäre. Manche Fundstücke, so Hiermann, "muss man nur vom Boden aufheben, zum Beispiel die am Rhein". Für andere ist er schon in rumänische Bergwerke mit fragwürdigen Sicherheitsvorkehrungen eingefahren, wurde während der Suche von Gewittern überrascht oder verletze sich beim Klettern. "Ist aber noch immer alles gut gegangen", versichert er, die funkelnden Schätze in den Vitrinen sind Zeugen des Erfolgs.

Als Profi weiß Hiermann natürlich auch, wo man Mineralien findet, ohne überhaupt zu suchen. "Wenn Straßen in Gebirgsregionen gebaut werden, entstehen Aufschlüsse, da muss man die Steine nur noch mitnehmen", fachsimpelt der Profi mit Blick auf Fotos seiner Reisen, die auf seinem Schreibtisch stehen. Daneben hängen Fotos seiner Kinder, zwei der vier Söhne sammeln auch. "Die Steine bleiben also in Familienbesitz, wäre auch schade drum", freut sich Hiermann. Für Nachschub sorgt der Sammler noch immer selbst, "einmal im Monat mache ich eine Tour, und im Urlaub suche ich natürlich auch", erklärt er. Die Funde müssen dann noch in der hauseigenen Werkstatt geschliffen und geschnitten werden, aber der Aufwand lohnt sich: Einige seltene Stücke hat Hiermann schon zu Tage gefördert.

Doch um materiellen Wert geht es dem leidenschaftlichen Sammler nicht. "Manche fragen, was ich an den Steinen finde, aber ich war schon immer für die Natur, und das sind alles natürliche Kunstwerke", begründet er seine Jahrzehnte lange Leidenschaft. Ein Ende dieser Leidenschaft ist nicht in Sicht. In diesem Jahr geht es noch nach Österreich und Ungarn. "Das ist wie ein Dauerfieber, das hört nie auf", sagt Hiermann und klingt nicht so, als ob er jemals vom Sammelfieber geheilt werden wollte.

(jos)