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Duisburg: Eine Königstraße ohne Alkohol

Duisburg : Eine Königstraße ohne Alkohol

Die CDU hatte schon vor längerem darauf gedrängt, dass die "Sauf-Szene" von der Königstraße/Kuhstraße verbannt werden sollte. Im Wirtschaftsausschuss wird am Montag über Möglichkeiten geredet, die Innenstadt aufzuwerten.

Die Verwaltung ist der Ansicht, dass sich aus dem Zusammenspiel von Innenstadt, Innenhafen und Bahnhof ein Alleinstellungsmerkmal für Duisburg ergibt, das es stärker zu betonen gilt. Schon jetzt gäbe es dort attraktive Räume, die nicht nur die Duisburger an die City binden würden. Aus steigenden Besucherzahlen leitete Duisburg Kontor das gestiegene Interesse der Auswärtigen ab.

Oben auf der Liste des Verbesserungsvorschläge steht die Anbindung der City an den Innenhafen. Der Kuhlenwall soll hier als geeignete Fußwegverbindung besser betont werden. Das war bereits vor Jahren im Masterplan angeregt worden. Die Verwaltung sieht mit der Unterstraße und der Schwanenstraße weitere Möglichkeiten einer besseren Anbindung an die innerstädtische Wasserfront.

Eine wesentliche Aufwertung soll die City dadurch erfahren, dass der Bahnhofsvorplatz ausgebaut wird. Im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres sollen die Bauarbeiten beendet sein, kündigt die Verwaltung an. "Der durch die Überdeckelung der A59 neu gewonnene Bahnhofsvorplatz wird als repräsentativer Eingangsbereich gestaltet und die Verbindung zur Handelslage gestärkt", heißt es in der Mitteilungsvorlage. Dazu trage auch der Umbau der Mercatorstraße bei und der der Friedrich-Wilhelm-Straße, die zum Boulevard mit Gastronomie, Grün, Anbindung an den Kantpark und mehr Bewegungsraum werde, ohne die Verkehrsleistungsfähigkeit zu mindern, so die Verwaltung.

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Aufwertend wird nach ihrer Ansicht wirken, dass die Königstraße eine neue Pflasterung erhält. Bekanntlich werden seit geraumer Zeit die Natursteinplatten herausgenommen und durch graue Pflastersteine ersetzt. Für den gleichfalls fußläufigen Teil der Düsseldorfer Straße sind ebenfalls Maßnahmen zur Aufwertung geplant, und zwar durch "Aufnahme der massiven Einbauten", gemeint ist wohl durch deren Entfernung.

Angsträume soll es im Citykern keine mehr geben, kündigt die Verwaltung an, die für bessere Beleuchtung sorgen und schlecht einsehbare Nischen beseitigen will. Heute schon wird die Königstraße werktags zweimal täglich gereinigt. Denn ein sauberes Umfeld sei wichtig.

Das Dezernat für Familie wird gemeinsam mit den Wirtschaftsbetrieben ein "Spielraumkonzept für die Königstraße" entwickeln. An drei bis vier Stellen sollen Wackeltiere für Kleinkinder installiert werden. Wesentlichen Anteil an einer attraktiveren Innenstadt haben die Feste, Feiern und Open-Air-Angebote, deren Zahl möglicherweise noch steigen wird. So ist in Überlegung zusätzlich zum Bauernmarkt auch noch einen Abendmarkt an einem Wochentag anzubieten.

Wie anfangs erwähnt, will die Stadt die Junkies und Trinker von der Kö holen. Schon ab diesem Jahr wird es vom 1. April bis zum 30. September untersagt sein, in der Innenstadt (außerhalb der Gastronomien und bei Veranstaltungen) öffentlich Alkohol zu trinken. Um die Süchtigen aber nicht nur zu vertreiben, sondern ihnen auch Alternativen zu bieten, wird vorgeschlagen, Räume anzumieten, in denen sie betreut werden und in Grenzen trinken dürfen. Daneben soll versucht werden, wenigstens einige aus der Szene ansatzweise zu resozialisieren.

(RP)