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Duisburg: "Eine Art Liebesverhältnis"

Duisburg : "Eine Art Liebesverhältnis"

Im Obergeschoss des evangelischen Gemeindehauses an der Dr.-Hammacher-Straße in Ruhrort hat die Theatermacherin und Autorin Friederike Schmahl eine "Poetische Werkstatt" eröffnet.

Im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus an der Ruhrorter Dr.-Hammacher-Straße 6 tut sich was. Der gegenüber ansässige Haniel-Konzern hat das prächtige neoromanische Gebäude erworben und will es künftig als Kulturzentrum für den Stadtteil nutzen. Im Obergeschoss hat vorerst die "Poetische Werkstatt" eine Bleibe gefunden.

"wersindwirdenn"-Programm

Die Regisseurin Friederike Schmahl setzt hier ihre Arbeit mit Laien an Anekdoten, Geschichten und vor allem Gedichten fort, die mehr oder weniger szenisch vorgetragen werden. Jetzt beim Ruhrorter Hafenfest gab es auf dem Neumarkt eine erste "Premiere" mit dem halbstündigen Programm "wersindwirdenn - Texte zum Thema von Hüsch bis Heine". Bei monatelangen Recherchen für eine Akzente-Produktion im vergangenen Jahr hatte Friederike Schmahl nach eigenen Angaben "Ruhrorts vielseitige Potenziale kennen gelernt" und "sowohl zu dem Stadtteil als auch zu den Menschen eine Art Liebesverhältnis entwickelt". Als Mitglied im "Kreativkreis Ruhrort" – der von Olaf Reifegerste, dem Akzente-Koordinator, initiiert wurde –, lernte Friederike Schmahl jene fünf Menschen kennen, die derzeit die "Poetische Werkstatt" bilden. Menschen "zwischen 15 und 105 Jahren" können da bei Interesse kostenlos mitmachen. Für die Zukunft sind weitere Aufführungen in etwas größerem Rahmen geplant.

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Traumhaft geeignet für die "Poetische Werkstatt" erscheinen die Räume im Obergeschoss des ehemaligen Gemeindehauses, wo die "Nederlandse Kerk aan de Ruhr" einst unter anderem ihre Sonntagsschule abhielt. Ein größerer Raum mit Blick auf den bewachsenen Innenhof ließe sich sogar zu einem kleinen Theatersaal ausbauen. Die Regisseurin schwärmt aus vollem Herzen: "Hier wollen wir bleiben!" Die Schauspielerin, Autorin und eben Regisseurin Friederike Schmahl wurde 1945 in Essen geboren. Sie studierte Schauspiel an der Folkwang-Hochschule Essen und in Berlin. Sie war Mitbegründerin des Grips-Theaters, spielte an vielen Bühnen (Bochum, Dortmund, Oberhausen). Sie leitete zu Zeiten von Peter Zadek das Jugendtheater "Bollerwagen" im Schauspiel Bochum und gründete das "Theater im Pott" (TIP) am Stadttheater Oberhausen. Vor sieben Jahren zog sie nach Duisburg und war zwei Jahre lang Künstlerische Leiterin des Kulturzentrums Alte Feuerwache Hochfeld.

Im vergangenen Jahr gab sie eine erste "Poetische Werkstatt" in der cubus-Kunsthalle (die RP berichtete).

(hod)