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Duisburg: Ein Leben mit vielen Vierbeinern

Duisburg : Ein Leben mit vielen Vierbeinern

Sie heißen Nero, Ella, Terry, Dingo und Lucy und waren die Hunde der Duisburgerin Christel Winde. Jetzt hat die 59-Jährige ein Buch über ihr Leben mit den Vierbeinen veröffentlicht.

"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos", sagte einst Loriot und wurde dabei vielfach belächelt. Ersetzt man Mops generell durch Hunde, würden sicher ganz viele Menschen zustimmen. Christel Winde ganz besonders. "Feuchte Nasen. Mein Leben mit Hunden" heißt das Buch der Duisburgerin. Es ist ein ganz persönliches, schlichtes, aber auch sehr anrührendes Buch. "Die Erde weint, weil sie ein Leben verloren hat. Der Himmel lacht, weil er einen neuen Stern bekommen hat." Diese Sätze auf dem Klappentext würden viele als rührselig und sentimental einstufen, wenn es dabei um einen Hund geht. Wer viele Jahre mit einem treuen Vierbeiner gelebt hat wie Christel Winde, sieht dies womöglich grundsätzlich anders. Ihre Lucy wurde alt wie Methusalem. Als sie 18 Jahre alt war, schlief sie in den Armen ihres Frauchens ein — für immer. Um dies zu verarbeiten, schrieb Christel Winde das Buch von den "feuchten Nasen". Seit ihrem sechsten Lebensjahr waren die "Feuchtnasen" Christel Windes ständige Begleiter. Damals war es der Nachbarhund Nero, ein Deutscher Schäferhund, dessen Besitzer nur als "Dosenöffner" fungierten und das Tier ansonsten wenig beachteten. Die kleine Christel kümmerte sich um Nero, war mit dem Vierbeiner häufig unterwegs und ging sogar mit ihm in der Ruhr schwimmen. Solche Kindheitserlebnisse wären heute wohl nicht mehr so ohne weiteres denkbar. Christel Winde, die als Sekretärin bei der Arbeiterwohlfahrt in Duisburg tätig ist, hat nach vielen Jahren mit Hunden heute keinen Vierbeiner an ihrer Seite.

 Auf dem Buchcover ist Dost in einer Nahaufnahme zu sehen.
Auf dem Buchcover ist Dost in einer Nahaufnahme zu sehen. Foto: NN
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"Das geht einfach nicht, wenn man berufstätig ist. Ich hätte ja tagsüber einfach nicht genug Zeit, mich um das Tier zu kümmern", erzählt sie.

Der Abschied von Lucy war der Moment, in dem die 59-Jährige beschloss, ein Buch über ihr Leben mit den Hunden zu schreiben. Wer Freude an kleinen Alltagsgeschichten mit Hunden hat, gespickt mit viel Duisburger Lokalkolorit, wird seinen Spaß an dem Werk haben. Fotos der Tiere runden das Buch ab. Im Anhang gibt es noch das Kapitel "Was ich noch zu sagen habe", in dem die Autorin all das aufführt, was ihr wichtig ist. Da geht es vor allem um die Themen Gesundheit und Ernährung von Hunden, ihre Erziehung und weitere Tipps im Umgang mit Vierbeinern. In Zeiten , in denen "Hundeprofis" wie Martin Rütter mit Erziehungs-Ratgebern viel Geld verdienen, kommt dieser Teil des Buches etwas zu allgemein daher. Aber Christel Winde will auch kein "Hundeprofi" sein. Sie ist schlicht eine Duisburgerin, die Hunde liebt. Und das spürt der Leser aus jeder Zeile.

Wenn sie jetzt einen Hund um sich haben will, kann sie sich Dost ausleihen. Dost ist eine junge Kangal-Hündin, die das Cover ihres Buches ziert. Sie gehört Can, dem Sohn einer Arbeitskollegin von Christel Winde.

Von Kollegen, die das Buch —mit Widmung, versteht sich — geschenkt bekamen, erntete Christel Winde viel Lob. Wenn sie in Ruhestand geht, will sie noch einmal einen eigenen Hund haben: "Aber keinen Welpen. Das tue ich mir nicht mehr an."

(RP/areh)