Duisburg: Ein Haus für kreative Köpfe

Duisburg: Ein Haus für kreative Köpfe

Das Kreativzentrum im Hafenkult in Neuenkamp wurde 2010 von der Betriebswirtin Katja Zappe gegründet. Sie bezeichnet Kunst als ihre große Leidenschaft wollte daher einen neuen Kunstpunkt in Duisburg einrichten.

Bunte Stoffe, ausgefallene Muster, kitschige Designs, derbe und philosophische Sprüche – das ist das Material, mit dem Britta Pasche in ihrem Atelier im Hafenkult arbeitet. Seit dem hat auch Britta Pasche ihre Werkstatt mit dem Namen "frau p im atielier" in dem Künstlerhaus im Parallelhafen. Mit Blick auf Kräne und Container entstehen dort die Ideen für ihre Stoffkunstwerke. Dutzende Kissen liegen liebevoll dekoriert in einem Lagerregal. Genau wie die Tischläufer, Decken und Geschirrtücher, die an den Wänden hängen, sind sie aus recycelten Stoffen zusammengenäht worden und tragen handbedruckte Sprüche wie: "Für Hempel sein Sofa", "Keine Angst vor großen Gefühlen" oder "Baby, I´m bored."

Einen deutlichen Kontrast zu den farbenfrohen Stoffen bilden die dunklen Anzüge der Unternehmer, die sich an diesem Tag in den Räumen von Hafenkult tummeln. "Wir haben diesen Ort für unser Treffen ausgewählt, weil sich dadurch neue Zusammenarbeiten entwickeln können und vielleicht die Kreativität des ein oder anderen angeregt wird", sagte Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) Duisburg, anlässlich der Eröffnung des "Treffpunkts Kommunikation". Bei diesem treffen sich Vertreter aus Branchen wie Werbung, Architektur oder Software. Aber auch Unternehmer aus Kunst und Kultur nehmen an dem regelmäßigen Austausch teil. "Wir nutzen unsere Veranstaltungen, um zu zeigen, was es alles in der Stadt gibt", so Meurer. Das Besondere an dem Atelier-Haus sei, dass es den Künstlern nicht aufgedrängt worden sei, sondern authentisch entstanden sei.

Wie authentisch das Zusammenwirken der 13 Künstler tatsächlich ist, machte Britta Pasche deutlich: "Die Nachbarschaft ist goldwert, wir begegnen uns alle auf Augenhöhe und helfen uns. Das ist wie zu Uni-Zeiten, jeder arbeitet individuell, hat aber das gleiche Ziel." So lässt sie sich auch mal von den Künstlernachbarn inspirieren. "Die Kollegin gegenüber arbeitet viel mit Blautönen. Da gibt es Tage, an denen ich ebenfalls mehr zu den blauen Stoffen greife", so Pasche. Auch Puppenspieler Mario Klimek genießt das inspirierende Umfeld im Hafenkult: "Man kann einfach anfangen, eine Idee zu spinnen, und die anderen spinnen direkt weiter." Der 54-Jährige produziert seine Puppen im zweiten Stock des ursprünglichen Bürogebäudes und lässt sich dort auch neue Ideen für seine Stücke einfallen. Diese Ideen konnte er beim Treffen der GFW Duisburg jetzt auch Unternehmern präsentieren, die zu neuen Kunden werden könnten.

(RP)
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