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Duisburg: Ein Glasdach über dem Factory Outlet Center

Duisburg : Ein Glasdach über dem Factory Outlet Center

Rettungsgespräche zum FOC, aber wenig Aussicht auf Neues – bei der Expo Real ist aus Duisburger Sicht Krisenmanagement gefragt.

Rettungsgespräche zum FOC, aber wenig Aussicht auf Neues — bei der Expo Real ist aus Duisburger Sicht Krisenmanagement gefragt.

Ein gewaltiges Glasdach über dem Stahlgerippe der Rhein-Ruhr-Halle — so könnte die Lösung für das geplante Factory Outlet Center (FOC) in Marxloh aussehen. Der zu geringe Abstand zu den Grillo-Werken könnte so kompensiert werden. Im Gefahrenfalle wäre dann eher eine Art Schutzraum vorhanden als nach dem bisherigen Konzept. Das fußte auf einem offenen "Village"-Charakter und stand daher im Widerspruch zur geforderten Abstandsregelung. Ob und wie sich die Lösung mit dem Glasdach verwirklichen lässt, wird zurzeit geprüft. Sie könnte optisch die Offenheit des Zentrums erhalten und gleichzeitig den geforderten Schutzraum vorhalten.

Das ist aber nicht das einzige Problem. Die Aufforderung der Stadt an Roger Sevenheck vom Projektentwickler German Development Group (GDG) aus Düsseldorf, seine Bonität darzulegen, hat offenbar noch zu keinem Ergebnis geführt. Dazu soll es am Mittwoch ein Gespräch mit der Verwaltung gegeben haben. "Kein Kommentar", so ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Zeitung, und auch der Projektentwickler ließ dazu zunächst nichts verlauten. Nun soll möglicherweise ein weiteres Gespräch bei der am Montag in München beginnenden Fachmesse Expo Real für Klarheit sorgen. Vier Haftbefehle gegen Sevenheck, von Gläubigern eines anderen Projektes in Bonn angestrengt, hatten für Zweifel an dessen Bonität gesorgt. Schon bei der Zahlung der Grunderwerbssteuer für sein Duisburger Vorhaben floss das Geld erst in buchstäblich letzter Sekunde, nun sollen Honorare für diverse FOC-Gutachten im Rahmen des Bauleitverfahrens mit rund 350.000 Euro zu Buche schlagen.

Ob und wie in München eine Lösung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Bei der Messe in der bayerischen Landeshauptstadt ist Duisburg prominent vertreten: Oberbürgermeister Sören Link, Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum, Wirtschaftsförderer Ralf Meurer und Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilienmanagements Duisburg, sind mit von der Partie. In der Vergangenheit wurde die Plattform der Messe häufig genutzt, um für den Standort Duisburg zu werben, neue Projekte vorzustellen und Entwicklungsfortschritte bei schon angelaufenen Vorhaben zu präsentieren.

Diesmal ist wohl eher Krisenmanagement gefragt. Denn gerade mit größeren Projekten in Duisburg läuft es momentan überhaupt nicht: Anfang September hatten die Stadt und Entwickler Axel Funke erklärt, mit dem Stadtfenster (Stadtbibliothek, Volkshochschule, Einzelhandel) an der Steinschen Gasse ging es bald weiter. Trotzdem ist die Baustelle verwaist wie schon seit vielen Wochen. Wenige Meter weiter war das "Marientor Carrée" geplant. Inzwischen ist die gewaltige Baugrube bereits wieder grün überwuchert.

Klar dürfte inzwischen sein, dass hier niemals ein Ärztezentrum entsteht. Seniorengerechte Wohnungen sind wohl noch möglich, aber das erfordert eine völlige Neuplanung. Auch der Neubau der Multi Development-Zentrale an der Mercatorstraße steht in den Sternen, genau wie eine Entwicklung an Stelle der Zentralbibliothek an der Düsseldorfer Straße.

(RP)