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Duisburg: Ein Festakt für das Theater der Stadt

Duisburg : Ein Festakt für das Theater der Stadt

Josef Krings – an diesem Abend der "Altopernbürgermeister" – hielt ein flammendes Plädoyer für die historische und heutige Wichtigkeit der Kultur. Auch OB Sören Link sagte, dass ein Theater "unbedingt zur Stadt gehört".

Josef Krings — an diesem Abend der "Altopernbürgermeister" — hielt ein flammendes Plädoyer für die historische und heutige Wichtigkeit der Kultur. Auch OB Sören Link sagte, dass ein Theater "unbedingt zur Stadt gehört".

Als Höhepunkt der zweimonatigen Festwochen "100 Jahre Theater Duisburg" stieg am Mittwochabend ein fast dreistündiger Festakt im ausverkauften Theater, auf den Tag genau 100 Jahre nach der Eröffnung. Prof. Holger Noltze als Moderator fasste die Botschaft des Abends, die sich als Leitmotiv durchs Programm zog, in die zwei Worte zusammen, das Duisburger Theater sei "steingewordener Bürgerwille".

Das bezog sich zum einen darauf, dass der 1902 vom damaligen Oberbürgermeister Karl Lehr gegründete Theaterbauverein das Geld für den Neubau in der Duisburger Bevölkerung gesammelt hatte. Zum anderen darauf, dass bei der Opernkrise im vergangenen Frühjahr in Zweifel gezogen worden war, ob das Theater Duisburg noch dem Bürgerwillen in dieser Stadt entspricht. Das wurde freilich inzwischen eindrucksvoll bewiesen, durch 63 000 Unterschriften für den Erhalt der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg und die inzwischen auf über 80 Prozent gestiegenen Besucherzahlen (die RP berichtete).

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Oberbürgermeister Sören Link wiederholte in seinem Grußwort seine Auffassung, dass ein Theater nicht nur unbedingt zu einer Stadt dazu gehört, sondern auch von bürgerschaftlichem Engagement getragen werden sollte. Außerdem sei Theater nicht nur Kunstgenuss, sondern auch und vor allem Bildung für alle, somit eine Investition in die Zukunft.

Auch Bernd Neuendorf, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte die existenzielle Bedeutung eines hochkarätigen Kulturangebots für die ganze Bevölkerung. Duisburg könne in dieser Hinsicht Modellcharakter haben, eine Vorreiterrolle einnehmen mit seinen ebenso vielfältigen wie vorbildlichen Projekten wie Kinderoper oder Konzertpädagogik.

Noch mehr Beifall als die beiden erhielt Altoberbürgermeister Josef Krings, hier ebenso scherzhaft wie voller Bewunderung tituliert als "Altopernbürgermeister". Die Freundeskreise von Oper, Ballett und Philharmonikern sowie der Verein "Pro Duisburg" hatten den Festakt soeben in das Goldene Buch der Stadt Duisburg eingetragen. Da ergriff Krings, der als oberster Ballettfreund dabei war, überraschend das Wort: "Vergessen Sie mal meine Amtsbezeichnungen, ich spreche jetzt als engagierter Bürger dieser Stadt!" Er hielt ein flammendes Plädoyer für die historische und heutige Wichtigkeit des Duisburger Theaters. Er schlug dabei den Bogen von der ehemaligen Kultur- und Schulpolitikerin Dr. Emmi Pannenbecker, die nur ein Jahr jünger ist als das Duisburger Theater und beim Festakt leider aus gesundheitlichen Gründen fehlte, bis zum verstorbenen Altoberbürgermeister August Seeling. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe diese Generation begeistert den Wiederaufbau des Theater vorangetrieben, obwohl es in dem Trümmerfeld Duisburg damals am Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern gefehlt habe. August Seeling habe so gedacht, wie es August Bebel einmal formulierte: "Die Emanzipation des Arbeiters zum staatstragenden Bürger vollzieht sich durch die Teilnahme an der Kultur". Krings: "Diesen Satz möchte ich manchem meiner Parteifreunde mal hinters Ohr schreiben!" Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Uraufführung des Films "100 Jahre Theater Duisburg", bei dem Duisburger Bürger aus unterschiedlicher Warte über das Theater sprachen.

(hod)