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Duisburg: Ein etwas zu sicherer Stellplatz

Duisburg : Ein etwas zu sicherer Stellplatz

Heinz Josef Heistermann ist stolzer Besitzer eines Audi 80 Cabriolets aus den 90er Jahren. Nur vorfahren kann er mit dem Wagen derzeit nicht: Das Auto ist seit November vergangenen Jahres in einer Tiefgarage in Hochheide "eingesperrt".

Das Auto von Heinz Josef Heistermann steht in einer Tiefgarage zu Füßen der "Weißen Riesen" - seit Herbst 2013. Weil der gesamte Garagenkomplex hochgradig einsturzgefährdet ist, ist er gesperrt.

Um den Saisonwagen im Winter vor Schnee und Eis zu schützen, hatte Heistermann ihn im vergangenen Oktober in der Tiefgarage im Hochhausquartier an der Ottostraße abgestellt. Seitdem steht er dort, und sein Besitzer hat keine Möglichkeit, an sein Auto zu gelangen. Weil die Garage als einsturzgefährdet gilt, ließ die Stadt Duisburg sie im November vergangenen Jahres schließen. Heistermann erfuhr davon zu spät.

Sanierung der Garage stockt - seit 10 Monaten

Denn während er sich fern der Heimat im Urlaub erholte, bekam sein Vermieter Post von der Hausverwaltung: Die Stadt würde die Tiefgarage am 18. November wegen Einsturzgefahr ab zwölf Uhr mittags sperren, hieß es da. Um die Besitzer der hier geparkten Autos zu informieren, hängte die Stadt am 15. November einen Aushang an das Garagentor. So konnten die meisten Mieter ihre Autos rechtzeitig "retten" - nur Heistermann nicht.

In einem Rundschreiben, das am darauf folgenden Mittwoch an die Wohnungsbesitzer rausging, erklärte die Stadt, die Eigentümer seien "bemüht, die erforderlichen Sanierungs- und Sicherungsauflagen der Stadt Duisburg zügig umzusetzen." Man wolle die Tiefgarage bald wieder öffnen. "Getan hat sich seitdem nicht viel", sagt Heistermann. Denn die Sanierung der Garage gestaltet sich schwierig: Zwar hätte die Eigentümergemeinschaft, zu der auch Heistermanns Vermieter zählt, in der Tat gern die hunderttausende Euro teure Sanierung der Tiefgarage angepackt. Die hat aber mehrere, baulich nicht zu trennende Etagen.

Heistermann zahlt Steuern für den eingesperrten Wagen

Eine davon gehört zum leer stehenden, abrissreifen Hochhaus Ottostraße 24-30. Die Eigentümer dieses Pleite-Objektes sind nicht greifbar. Und wo kein Besitzer, da auch kein Garagensanierer. Seit November sind alle Versuche Heistermanns, sein Auto aus der Garage zu befreien, im Sande verlaufen. Auch ein Anwalt konnte ihm nicht helfen. "In diese Tiefgarage können wir tatsächlich keinen reinlassen, es besteht Gefahr für Gesundheit und Leben", bestätigte eine Sprecherin der Stadt Duisburg auf Nachfrage. "Und so lange der Eigentümer da nichts dran ändert, bleibt das auch so."

Angemeldet ist Heistermanns Wagen übrigens noch. "Seit April zahle ich auch wieder Steuern", sagt er. Das Geld hätte er gern zurück. Vor allem aber würde er gern mal wieder eine Spritztour mit seinem Cabrio machen - "auch wenn ich zunächst wohl die Batterie aufladen müsste, die ist ja mittlerweile sicher leer", meint Heistermann. Spätestens bis Juni 2015 muss er sich etwas einfallen lassen. Denn dann muss das Cabrio zum TÜV.

(lsa)