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Duisburg: Ein Erfolgsmodell feiert Geburtstag

Duisburg : Ein Erfolgsmodell feiert Geburtstag

Vor 25 Jahren begann der Umbau des Innenhafens zur Flaniermeile und zum modernen Bürostandort. In Kürze fällt der Startschuss für ein weiteres bauliches Highlight namens "The Curve".

Duisburgs heutigen Innenhafen kennt wohl jeder Bürger unserer Stadt. Dass es dieses feine Büro- und Ausgehviertel allerdings vor einem viertel Jahrhundert noch gar nicht gab, dass dort stattdessen die mehr oder minder ungenutzten Industriebauten kein schöner Anblick waren, das haben viele schon vergessen.

Vor 25 Jahren wurde mit der Umgestaltung des früheren Hafen-Areals mit den alten und dem Zerfall ausgesetzten Getreidespeichern begonnen. Dieses Jubiläum nahm die Stadt nach mehrjähriger Abstinenz zum Anlass, jetzt zu einem "Innenhafen-Forum" einzuladen. Das "Nachbarschaftstreffen" der Hafen-Anlieger sorgte direkt für ein besonders großes Interesse. In den Räumen der Volksbank-Zentrale stellte Melike Wirth vom Düsseldorfer Projektentwickler "Die Developer" die Pläne für das Bauprojekt im Innenhafen vor, das die letzte Lücke an der Wasserfront schließen wird. "The Curve" soll die jahrelange bauliche Hängepartie am Holzhafen nun endgültig beenden.

Eigentlich sollte das vom britischen Star-Architekten Norman Foster geplante Prestigeprojekt schon längst realisiert sein. Aber nachdem der mit der Entwicklung beauftragte Vorgänger im Jahr 2012 das Handtuch geworfen hatte, lag das Gelände weiterhin brach. Nur die 2008 mit EU-Mitteln gebaute - und zwischenzeitlich unter erheblichem finanziellen Aufwand sanierte - sichelförmige Treppe direkt am Wasser erinnert noch an das ursprünglich unter der Bezeichnung "Eurogate" geplante Bauvorhaben.

 Das Wohnviertel entlang des Philosophenweges, durchzogen von Grachten, ist sehr begehrt.
Das Wohnviertel entlang des Philosophenweges, durchzogen von Grachten, ist sehr begehrt. Foto: Probst Andreas
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Derzeit wird dort der Baugrund direkt hinter der Treppe verdichtet, bald soll auch mit der Errichtung des kombinierten Büro-, Hotel- Wohnkomplexes begonnen werden. Mit den "Developern" hat ein Unternehmen die Entwicklung des Areal übernommen, das bereits mit der Realisierung des Düsseldorfer "Kö-Bogens" sehr erfolgreich war.

Projektleiterin Melike Wirth bezeichnete bei der Präsentation von "The Curve" Duisburg - und den Innenhafen - als "sehr guten Standort mit viel Potenzial". Anhand zahlreicher animierter Darstellungen wurde deutlich, dass mit dem sichelförmig angelegten viergliedrigen Bau ein echtes architektonisches Highlight entstehen wird, das zudem perfekt in die bisherige Innenhafen-Bebauung integriert sein wird. Die vor zehn Jahren "mit großem Weitblick" erbaute Treppe bezeichnete sie dabei als Herzstück.

 "The Curve" wird das letzte große Neubauprojekt im Innenhafenteil östlich des Schwanentors sein.
"The Curve" wird das letzte große Neubauprojekt im Innenhafenteil östlich des Schwanentors sein. Foto: RP-Archivfotos

Unter dem geschwungenen Dach wirken die einzelnen Gebäudekomponenten - architektonisch gewollt - wie ein einheitlicher Komplex. Wenn "The Curve" fertiggestellt sein wird - derzeit geplant Ende 2019 - werden dort zwei mehrstöckige Bürokomplexe bezugsfertig sein und in einem weiteren Bereich rund 100 Wohnungen in bester Lage mit Ausblick auf den Innenhafen zur Verfügung stehen. Gastronomiebetriebe werden dort auch die besondere Promenaden-Lage nutzen können.

Kernstück des neuen "Aushängeschildes" wird das mittig angelegte Hotel mit bis zu 250 Betten sein. Die Düsseldorfer Projektleiterin kündigte an, schon einen entsprechenden Betreiber "an der Angel" zu haben: "Die Gespräche laufen sehr gut, wir sind ziemlich weit, nennen möchte ich den Namen aber erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist."

Oberbürgermeister Sören Link ist froh, dass die Entwicklung am Innenhafen nun einen positiven Abschluss findet: "Ich bin davon überzeugt, dass das, was in den letzten 25 Jahren geschaffen wurde, eine gute Zukunft hat." Er dankte "den Leuten, die damals das Projekt mutig in Angriff genommen haben".

Einer davon ist der langjährige Geschäftsführer der Innenhafen-Entwicklungsgesellschaft Dieter Steffen. Von Beginn an (1993) bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden Ende 2006 war er maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Er erinnert sich: "Das war schon eine gewaltige Aufgabe, anfangs wurde unsere Arbeit mit viel Skepsis begleitet, man konnte sich das alles nicht so recht vorstellen." Im Laufe der Jahre hat sich "der Innenhafen" dann zu einem Referenzprojekt entwickelt, das auch international Beachtung fand und mit Auszeichnungen bedacht wurde. Dieter Steffen wirkt zufrieden, wenn er auf die arbeitsintensiven Jahre zurückblickt: "Es macht einen schon stolz, zu sehen, was daraus geworden ist."

(RP)